Die schönste Gartenanlage von Chemnitz

Die Sparte "Sonnige Höhe" hat den ersten Stadtwettbewerb gewonnen - und dabei von einer Niederlage in der Vergangenheit profitiert.

Auf den ersten Blick bringt man das irgendwie nicht zusammen: eine alte, sichtlich mitgenommene Laube am Eingang des Geländes und dann diese Ehrung. Die "Sonnige Höhe" ist zur "Schönsten Kleingartenanlage von Chemnitz" erkoren worden. Und die in die Jahre gekommene kleine Hütte war ein Grund dafür, dass die Anlage den Stadtwettbewerb gewonnen hat.

Der wurde vom Stadtverband der Kleingärtner durchgeführt und fand erstmals statt. Man wolle analog zum Landes- und Bundeswettbewerb auch auf Kreisebene eine Auszeichnung vornehmen, erklärt der Vorsitzende Jens Peter. Der Wettstreit soll alle zwei Jahre stattfinden - und künftig mehr Interessenten anlocken. Denn bei der Premiere hatten nur drei Sparten mitgemacht. "Für den Anfang ist das nicht schlecht", meint Peter dennoch.

Vertreter vom Grünflächenamt, vom Kleingartenbeirat und von Gartenverbänden kürten aus diesen den Sieger. Kriterien waren unter anderem, wie zugänglich das Gelände für Anwohner ist, die keinen Garten haben und wie öffentliche Freiflächen gestaltet wurden. Außerdem schauten sich die Juroren an, ob die Mitglieder das aktive Vereinsleben fördern und ob sie auf Umwelt-, Naturschutz und Nachhaltigkeit achten.

In der "Sonnigen Höhe" habe man sich "Gedanken um die Zukunft" gemacht, begründet Peter die Entscheidung der Jury, den mit 1000 Euro dotierten Preis an die Anlage in Gablenz zu vergeben. So seien dort die Wege in der Anlage alters- und behindertengerecht sowie für Kinderwagen geeignet. "Damit lassen sich Anwohner aus dem Wohngebiet in die Sparte lenken", sagt Peter. Er lobt zudem die Idee des Vereins, einen Historien- und Gemeinschaftsgarten zu schaffen.

Der soll rings um die historische Laube aus den 20er-Jahren entstehen, die die Sparte vor einigen Jahren vom Industriemuseum erhalten hat und die nach historischen Maßstäben gestaltet werden soll, erklärt der Vereinsvorsitzende Peter Goller. Dort sollen sich vor allem ehemalige Gartenbesitzer aufhalten können. "Wenn ältere Menschen ihren Garten aufgeben, tut ihnen das häufig weh", erklärt er. In Gemeinschaftsgärten könnten sie weiterhin Blumen, Obst und Gemüse anbauen. Umgebaut wurden zuletzt auch leere Gärten, auf deren Fläche eine Ruhezone entstand. Wer sich stärken wolle, finde mit dem täglich außer montags geöffneten Gartenlokal eine Gaststube, in der auch Tanzabende und Privatfeiern stattfinden, sagt Goller. Ihm zufolge investiert der Gartenverein regelmäßig größere Summen, beispielsweise 15.000 Euro in einen neuen Weg.

Das alles scheint zu fruchten. Zu Jahresbeginn stand keiner der 185 Gärten leer. Zum Ende der Saison hatten nun zwar 15 Besitzer aufgegeben. Acht Gärten davon habe man aber schon wieder an Interessenten vergeben, sagt Schatzmeister Marco Köster. "Häufig sind das Familien mit Kindern." Er sei optimistisch, die verbliebenen sieben leeren Areale Anfang kommenden Jahres auch noch loszubekommen, so Köster.

Indes schielen die Gartenfreunde nun auf die nächste Wettbewerbs-Stufe, den Landeswettbewerb. An diesem hatten sie vor einigen Jahren schon mal auf Eigeninitiative teilgenommen - und "nicht so abgeschnitten wie erhofft", sagt Goller. Aus dieser Erfahrung habe man aber gelernt. "Wir haben dieses Mal noch mehr auf ein einheitliches, freundliches Bild der Anlage geachtet." Dazu zählt zum Beispiel, erklärt der Vereins-Chef, dass Hecken in etwa in gleicher Höhe geschnitten werden.

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