Diese Oberschulen und Gymnasien stehen hoch im Kurs

Fünf Monate vor Beginn des neuen Schuljahres ist sicher: Nicht alle künftigen Fünftklässler können an der Einrichtung ihrer Wahl aufgenommen werden.

Die Situation: Die seit Jahren wachsenden Schülerzahlen wirken sich anhaltend auf die Oberschulen und Gymnasien aus. Allein an den20 staatlichen Einrichtungen in Chemnitz ging die Anzahl der zum kommenden Schuljahr neu angemeldeten Fünftklässler um rund 3,4Prozent nach oben - auf nunmehr mehr als 1300. Das sind über 100 mehr als noch zwei Jahre zuvor. Der Zunahme hat sich allerdings etwas verlangsamt. 2018 stand im Jahresvergleich noch ein Plus von 6,5 Prozent zu Buche.

Bildungsempfehlungen: Grundlage dafür, wie und wo Grundschüler nach der 4. Klasse ihre Ausbildung fortsetzen können, ist die sogenannte Bildungsempfehlung. Sie wird gegen Ende des ersten Halbjahres der Klassenstufe 4 erteilt. Eine Empfehlung fürs Gymnasium erhält demnach, wer im Halbjahr in Deutsch, Mathematik und Sachunterricht einen Notendurchschnitt von 2,0 oder besser erreicht und in keinem dieser Fächer schlechter steht als auf Note 3. In Chemnitz traf dies in diesem Jahr auf knapp 43 Prozent der Viertklässler zu. Sachsenweit liegt dieser Anteil bei 48 Prozent. Wenngleich sich der Abstand zum Landesdurchschnitt in den zurückliegenden Jahren ein wenig verringert hat (von weit über sechs auf gut fünf Prozentpunkte), so setzt sich damit die seit vielen Jahren zu beobachtende Entwicklung fort, dass in Chemnitz deutlich mehr Schüler eine Empfehlung für die Oberschule erhalten als in vielen anderen Regionen Sachsens.

Christoph Ulrich

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Anmeldungen: Mit Stand Anmeldeschluss 8. März werden 55 Prozent der Chemnitzer Viertklässler, die ihre Ausbildung an einer staatlichen Schule fortsetzen werden, dies an einer Oberschule tun, 45Prozent an einem Gymnasium. Hintergrund: Seit 2017 sind Bildungsempfehlungen in Sachsen nicht mehr verbindlich. Nach erfolgreichen Klagen von Eltern können Kinder seither auch dann an einem Gymnasium angemeldet werden, wenn diese eine Empfehlung für die Oberschule erhalten haben. Der Anteil dieser Anmeldungen ohne Empfehlung fürs Gymnasium ist zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen - von anfangs mehr als zwölf auf nunmehr 9,5Prozent. Schulleitern zufolge zeigt die Erfahrung, dass Viertklässler mit deutlich schwächeren Leistungen als gefordert am Gymnasium oft größte Probleme haben, den Unterrichtsstoff zu bewältigen. "Die ersten von ihnen sind längst wieder abgegangen", so ein Schulleiter.

Oberschulen: Die Anzahl der an allen 13 staatlichen Oberschulen in Chemnitz angemeldeten Schüler ist im Vergleich zum Vorjahr um 4,3Prozent auf rund 730 gestiegen. Die meisten Anmeldungen verzeichnete wie schon in den vorangegangenen Jahren erneut die Albert-Schweitzer-Schule in Morgenleite (104), gefolgt von der Diesterwegschule in Gablenz (103). "Völlig überraschend kam das nicht", sagt deren Leiterin Gabriele Käschel. "Wir wussten, dass in den Grundschulen ringsum starke Jahrgänge abgehen. Aber dass es so viele Anmeldungen werden, hätte ich nicht gedacht." Platzprobleme befürchtet die Schulleiterin nicht. Da an der Diesterwegschule vier 10.Klassen abgehen, könnten auch wieder vier 5.Klassen aufgenommen werden.

Gymnasien: Genau 600 Schülerinnen und Schüler wurden zum Stichtag an einem der sieben staatlichen Gymnasien der Stadt angemeldet. Das bedeutet ein Plus von 2,4 Prozent im Vergleich zu 2018. Wie schon in den Vorjahren verzeichnete das Andrégymnasium auf dem Kaßberg den größten Zulauf - und mit mehr als 150 Anmeldungen erneut einen Rekord. Aus Kapazitätsgründen werden dort jedoch bei Weitem nicht alle Schüler aufgenommen werden können. Überraschend auf Platz zwei in der Gunst der Eltern landete das Keplergymnasium auf dem Sonnenberg, das 116 Anmeldungen verbuchen konnte - darunter laut Schulleiter Stephan Lamm sehr viele für eine vertiefte mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung. Woran das liegen könnte? Möglicherweise, so Lamm, an den Förderangeboten für mathematisch besonders begabte Grundschüler aus ganz Chemnitz, die die Schule seit einigen Jahren anbietet.

Freie Schulen: Aufgrund der zumeist von vornherein begrenzten Anzahl an Klassen sowie an Schülern pro Klasse wurde an den freien Schulen auch in diesem Jahr vielfach nur ein Teil der jeweiligen Bewerber aufgenommen. So standen etwa den knapp 100 Plätzen an Oberschule und Gymnasium des Evangelischen Schulzentrums laut Trägerverein rund 175 Anmeldungen gegenüber.

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