Diskussion um Zukunft von Pflegeheim

Die Einrichtung in Limbach-Oberfrohna ist vergleichsweise klein. Die Meinungen zu der Frage, ob das ein Vor- oder Nachteil ist, gehen auseinander.

Limbach-Oberfrohna.

Größe ist nicht alles. Aber Größe bringt Vorteile. Wer als Unternehmen zahlreiche Standorte hat, erzielt günstige Preise beim Einkauf und kann Personal flexibel einsetzen. Das gilt nicht nur für den Einzelhandel oder die Industrie, sondern unter etwas anderen Voraussetzungen auch für die Pflegebranche. Einige Konzerne betreiben inzwischen Altenheime in ganz Deutschland. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Betreiber einer Pflegeeinrichtung in der Region Chemnitz seinen Sitz in Rheinland-Pfalz hat.

Beim Pflegeheim an der Anna-Esche-Straße in Limbach-Oberfrohna liegen die Dinge anders. Das Haus ist in kommunaler Hand, da die Bona-Vita-Gesellschaft als Betreiber eine hundertprozentige Tochter der Stadt ist. Das ist ebenso selten wie der Umstand, dass es sich um die einzige Einrichtung für Senioren unter dem Dach einer Gesellschaft handelt. Ansonsten betreibt die Bona Vita nur Kindertagesstätten und Horte. Ist diese Konstellation angesichts des Kostendrucks in der Pflegebranche ein Nachteil?

Einige Vertreter von Stadtverwaltung und Stadtrat sind dieser Meinung. Sie verweisen darauf, dass das Pflegeheim obendrein vergleichsweise klein ist: In Einzel- und Doppelzimmern stehen 51 Plätze zur Verfügung. "Wir halten alles Nötige vor, haben aber zu wenig Betten. Das ist angesichts der Konkurrenz schwierig", sagt Oberbürgermeister Jesko Vogel (Freie Wähler). Auch Enrico Fitzner macht auf die geringe Größe aufmerksam. Wenn Personal ausfalle, sei es kompliziert, dies zu kompensieren, erklärt der CDU-Stadtrat und Vorsitzende des Bona-Vita-Aufsichtsrats.

Bona-Vita-Geschäftsführer Helge Walter räumt ein, dass ein Ausfall eines Mitarbeiters bei einer Belegschaft von 30 Personen eine Herausforderung darstelle. Aber er widerspricht der Darstellung, dass das Pflegeheim im Wettbewerb mit der Konkurrenz eine schwache Position einnehme. "Wir sind seit Jahrzehnten am Markt und gut aufgestellt. Die Leute kennen uns", stellt Walter fest. Eine geringe Größe müsse kein Nachteil sein. "Die familiäre und persönliche Atmosphäre im Pflegeheim sehen viele als Vorteil", berichtet der Geschäftsführer. Die Nachfrage nach einem Pflegeplatz sei seit Langem hoch. Trotz der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt für Pflegekräfte seien auch alle Stellen besetzt. Deshalb gebe es keinen Grund, etwas an der Struktur des Pflegeheims zu ändern, betont Walter.

Um Mitarbeiter zu halten, hat die Bona Vita zum 1. Juli ein neues Gehaltssystem mit zum Teil deutlichen Erhöhungen eingeführt. Laut dem Betriebsrat profitieren vor allem die Mitarbeiter des Pflegeheimes, weil ihre Gehälter seit Langem nicht angehoben worden seien.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...