Dreh für "Elefant, Tiger & Co." im Amerika-Tierpark

Eine beliebte Tierdoku spielt normalerweise im Leipziger Zoo. Doch für eine Spezialausgabe wird eine Ausnahme gemacht. Nach Limbach-Oberfrohna kam das Filmteam gerade zur rechten Zeit.

Limbach-Oberfrohna.

Der Dreh des MDR-Filmteams im Amerika-Tierpark Limbach-Oberfrohna am gestrigen Dienstag war seit Wochen geplant. Bei der Vereinbarung des Termins konnte niemand ahnen, dass sich quasi genau rechtzeitig Nachwuchs einstellt: Am Montag ist ein Alpaka-Jungtier zur Welt gekommen. Das schwarze Fellknäuel, das noch sehr wackelig auf seinen Beinen steht, gab natürlich einen willkommenen Blickfang für die Fernsehleute ab. Sie filmten, wie der stellvertretende Tierparkleiter Mike Richter und Fördervereinschef Klaus Eulenberger das Alpakababy untersuchten und feststellten, dass es weiblich ist.

Die Szene wird aller Voraussicht nach in einer Sendung von "Elefant, Tiger & Co." zu sehen sein, die am 18. Dezember um 20.15 Uhr im MDR ausgestrahlt wird. Normalerweise wird die beliebte Doku-Reihe, die ein fester Bestandteil des MDR-Fernsehens ist, im Leipziger Zoo gedreht. Doch für eine Spezialausgabe, die mit 90 Minuten deutlich länger sein wird als normale Format (25 Minuten), tourt das Filmteam derzeit durch zehn mitteldeutsche Tierparks. Der Chemnitzer Tierpark ist ebenso vertreten wie die Zoos in Erfurt und Magdeburg - und eben der Amerika-Tierpark. Wenn die Sendung, die von Sven Voss moderiert wird, fertig ist, wird jede Einrichtung knapp zehn Minuten lang zu sehen sein.

"Wir stellen die Konzepte der einzelnen Zoos vor" erklärt Autor Jens Strohschnieder, der sich seit den Anfängen im Jahr 2003 um "Elefant, Tiger & Co." kümmert. Gezeigt wird, dass sich der Tierpark Görlitz dem Artenschutz verschrieben und der Zoo Halle sich auf Tiere spezialisiert hat, die in Bergwelten zu Hause sind. Der Tierpark-Limbach-Oberfrohna präsentiert wiederum bekanntlich vor allem Arten, die vom amerikanischen Kontinent stammen. Um möglichst viele Tierarten wie Alpakas und Flamingos zeigen zu können, drehte das MDR-Team in mehreren Bereichen der Anlage und überflog diese zudem mit einer Drohne.

Erklärungen zu den Tierarten geben in dem Film Richter und Eulenberger, die zu diesem Zweck von Tontechniker Robert Kurz verkabelt wurden. Eulenberger ist zudem dabei zu sehen, wie er mehrere Tiere mit Futter versorgt. Der frühere Cheftierarzt des Leipziger Zoos bringt regelmäßig Pflanzen von seinem Grundstück und umliegenden Grünflächen im thüringischen Langenleuba-Niederhain in den Tierpark. "Die Wasserschweine und Maras essen gern Schilfgras. Den Ziegen gebe ich Weidenblätter und -triebe", erklärt Eulenberger. Der Veterinärmediziner hat Erfahrung damit, als Protagonist vor der Kamera zu stehen: Als er noch in Leipzig tätig war, konnten "Elefant, Tiger & Co."-Fans wiederholt im Fernsehen verfolgen, wie er kranke Tiere behandelte.

Die Macher der Spezialausgabe wollen mit ihren Tierpark-Porträts auch verdeutlichen, wie sich die Einrichtungen gegenseitig unterstützen. Sie kooperieren bei Zuchtprogrammen und tauschen Tiere aus, etwa weil einem Zoo kein Platz mehr zur Verfügung steht, ein anderer aber gerade ein freies Gehege hat. So machte sich Mike Richter am Dienstag direkt nach den Dreharbeiten auf den Weg zum Leipziger Zoo, um von dort ein Wasserschwein-Männchen abzuholen. Es wird in Limbach-Oberfrohna ein neues Zuhause finden. Im dortigen Gehege lebte bislang nur ein Weibchen. Wasserschwein-Nachwuchs ist künftig also nicht ausgeschlossen.


Neues Eingangsgebäude wird Freitag eröffnet

Derzeit befindet sich die Kasse des Tierparks wegen letzter Arbeiten am neuen Eingangsgebäude am Wirtschaftseingang. Doch das wird sich am Freitag ändern: Um 16.30 Uhr wird der etwa 150 Quadratmeter messende Neubau neben dem bisherigen Kassenhäuschen in Betrieb genommen. Besucher finden dort künftig außer der Kasse auch Schließfächer, Snackautomaten, Toiletten samt Wickeltisch und Tierpark-Souvenirs. Die Bauarbeiten für das knapp 600.000 Euro teure Projekt hatten vor knapp einem Jahr begonnen.

Die Beschränkungen zur Eindämmung der Coronapandemie sind im Tierpark inzwischen weitgehend aufgehoben. Gäste müssen den Rundgang nun nicht mehr in einer vorgeschriebenen Richtung absolvieren, eine Besucher-Obergrenze gibt es nicht mehr. Auch das Flamingoland, das wegen der beschränkten Platzverhältnisse seit Wochen nur von außen bewundert werden kann, soll in wenigen Tagen wieder öffnen. Besucher werden aber nach wie vor gebeten, untereinander Abstand zu halten. Schaufütterungen wird es weiterhin nicht geben, um Menschenansammlungen auf dem Gelände zu vermeiden.

Auch eine traurige Nachricht gibt es aus Tierpark: Einer der beiden Mähnenwölfe ist an einer sogenannten Magendrehung gestorben. Die beiden Tiere waren erst Ende 2019 aus Warschau nach Limbach-Oberfrohna gebracht worden. Laut Vize-Tierparkleiter Mike Richter wird der verbliebene Mähnenwolf vorerst allein in der eigens für die Art errichteten Anlage leben. (jop)


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