Droht ein erneutes Hochwasser?

Vor allem bei Anwohnern von Flüssen und Bächen wecken die Schneemassen Befürchtungen. Prognosen gibt es nur kurzfristige.

Was passiert, wenn die in den vergangenen Tagen gefallenen erheblichen Schneemengen innerhalb kurzer Zeit tauen? Das fragen sich dieser Tage auch viele Chemnitzer, die Betroffene oder Augenzeugen der jüngsten Hochwasser 2013, 2010 und 2002 waren. Nicht nur die Flüsse Chemnitz, Würschnitz und Zwönitz, sondern auch der Kappelbach, der Pleißenbach und weitere kleinere Fließgewässer waren damals über die Ufer getreten, hatten Grundstücke, Keller und Erdgeschosse von Wohnhäusern, Geschäften und Unternehmen geflutet und Millionenschäden hinterlassen.

Auf Anfrage von "Freie Presse", ob bereits Vorkehrungen für ein mögliches erneutes Hochwasser getroffen werden, verweist die Stadtverwaltung kommentarlos auf die Melde- und Warnsysteme des sächsischen Umweltministeriums im Internet. Dort, unter www.umwelt.sachsen.de, hieß es am gestrigen Sonntagabend für alle Chemnitz betreffenden Pegelstände, darunter auch Jahnsdorf 1 und Burkhardtsdorf 2: Tendenz steigend. Für die Würschnitz galt in Jahnsdorf seit 18.30 Uhr die Alarmstufe 1. Eine Vorhersage wird lediglich für 24 Stunden im Voraus gegeben: Demnach sollten die Pegel etwa seit Mitternacht wieder sinken. Hochwasserwarnungen gab es nicht, auf der Seite "Hochwasserfrühwarnung" wurde bis Montagabend eine "mäßige Gefährdung" gesehen. Stellenweise kleinere Ausuferungen, vereinzelte Überflutungen von Landwirtschaftsflächen und Kellern seien möglich.

Die für Flüsse und Talsperren zuständige Landestalsperrenverwaltung (LTV) versichert, sie sei "ständig auf ein mögliches Hochwasser vorbereitet". Dazu gehöre auch das Freihalten von Stauraum in Talsperren auf Grundlage von Prognosen, die ein Schneemodell des Deutschen Wetterdienstes (DWD) liefere. Daraus sei ersichtlich, welche Wassermengen durch Niederschläge und Schneeschmelze in den nächsten drei Tagen zu erwarten sind. Laut LTV haben Talsperren - im Einzugsgebiet liegen die in Einsiedel und Stollberg - jedoch keinen spürbaren Einfluss auf den Hochwasserschutz von Chemnitz. Wirkung für die Würschnitz verspreche das neue Hochwasserrückhaltebecken bei Neuwürschnitz, das momentan völlig leer sei. Neue Dämme und Ufermauern in Klaffenbach und Harthau sind noch im Bau. An der Zwönitz und Chemnitz sei der Hochwasserschutz seit 2002 bereits erheblich verbessert worden.

Laut Andreas Friedrich vom DWD können die Chemnitzer zumindest entspannt in die neue Woche starten. "Nach dem Regen am Wochenende wird es ab Montag wieder kälter", sagte er.

Alle Hochwasserdaten aus der Region finden Sie auch unter www.freiepresse.de/pegel. In unserer App FP News können Sie sich gezielt Push-Meldungen für Pegelstände in unserem Verbreitungsgebiet aufs Smartphone schicken lassen. Mehr zur App unter https://www.freiepresse.de/newsapp/. (fp)

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1Kommentare
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    3
    1523534
    14.01.2019

    Super dieser Artikel, mal sehen ob es auch ein Politiker gelesen hat. Bezug Rückhaltebecken Pfaffenhain ???



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