Ehemaliges Versorgungszentrum weicht Wohnungen für Senioren

Jahrelang wurden die leerstehenden Gebäude von Anwohnern als Schandfleck empfunden. Doch auch ihr Abriss bringt Nachteile mit sich.

Morgenleite.

Wie geht es weiter mit dem früheren Versorgungszentrum an der Bruno-Granz-Straße? Schon seit mehr als zehn Jahren stellten Anwohner angesichts der leer stehenden Gebäude diese Frage. Nachdem zunächst mehrere Verkaufs- und Versteigerungsversuche gescheitert waren, wurden 2010/11 Teile des ehemaligen Einkaufskomplexes abgerissen und auf der Fläche ein neuer Netto-Markt errichtet. Plänen eines neuen Eigentümers, an Stelle des geschlossenen Edeka-Marktes eine Spielothek einzurichten, schob die Stadtverwaltung jedoch einen Riegel vor.

Jetzt werden die verbliebenen Überreste des früheren Versorgungszentrums schon seit einiger Zeit abgerissen. Nach Angaben des Auftraggebers, der Unternehmensgruppe K&S, sollen diese Arbeiten voraussichtlich bis Ende März abgeschlossen sein. K&S ist ein Familienunternehmen mit Hauptsitz im niedersächsischen Sottrum, das bundesweit Wohnanlagen für Senioren errichten lässt und betreibt. Eine dieser Anlagen ist die 2016 eröffnete Seniorenresidenz in der Bruno-Granz-Straße 72, eine weitere Wohnanlage mit Pflegemöglichkeit entsteht gerade an der Winklerstraße auf dem Schloßberg.

Das Grundstück an der Bruno-Granz-Straße 26 hat K&S nach Angaben von Unternehmenssprecherin Sabrina Häsing im vergangenen Jahr gekauft und plant, darauf eine Anlage mit rund 100 seniorengerechten Apartments für Wohnen mit Pflegemöglichkeit zu errichten. Zu Bauzeit, Kosten und Aussehen lägen derzeit noch keine Informationen vor. Nach Erhalt der Baugenehmigung werde das neue Projekt in Abstimmung mit anderen Projekten der K&S-Gruppe bewertet und ein möglicher Baubeginn geplant, so Sprecherin Häsing. Vorrang habe momentan der Bau der Anlage an der Winklerstraße, die in diesem Sommer bezugsfertig sein soll.

Anwohnern des Viertels an der Bruno-Granz-Straße bereitet allerdings die Sperrung des Geländes wegen der Abrissarbeiten ein Problem, wie sie der "Freien Presse" berichteten. Denn an der früheren Kaufhalle vorbei führe ein vielgenutzter Weg in Richtung der Albert-Einstein-Grundschule, der Albert-Schweitzer-Oberschule und des Fußgängerboulevards Markersdorf/Morgenleite. Dieser Weg wird jetzt durch den Bauzaun unterbrochen, sodass Passanten längere Strecken zu ihren Zielen laufen müssen.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung befindet sich der gesperrte Weg auf dem Privatgrundstück und ist nicht öffentlich gewidmet. Daher dürfe er vom Eigentümer zur Absicherung der Abriss- und anschließenden Bauarbeiten gesperrt werden, ohne dafür eine Erlaubnis im Rathaus beantragen zu müssen. Auch, ob es künftig wieder einen frei zugänglichen Weg über das Gelände geben wird, sei dem Eigentümer überlassen, erklärt die Stadtverwaltung auf Anfrage.

Die Sprecherin der K&S-Unternehmensgruppe bestätigt, dass es sich um keinen öffentlichen Weg handle, auch wenn er von vielen Anwohnern als solcher wahrgenommen worden sei. Seine Sperrung während der Abrissarbeiten sei aus Sicherheitsgründen unumgänglich, erklärt sie. Die Planungen für die Neubebauung der Fläche seien zwar noch nicht abgeschlossen, eine zukünftige öffentliche Widmung des Weges werde aber nicht ausgeschlossen, teilt Sabrina Häsing mit. Dazu würden derzeit Gespräche mit der Stadtverwaltung geführt.

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