Eier-Attacke: Täter irren sich wohl in der Adresse

Unbekannte greifen zwei Häuser an - Spuren nur schwer zu beseitigen

Uwe Dziuballa hat eine nicht eingeplante Putzaktion in der Kälte absolviert. Rund anderthalb Stunden habe er am Sonntagmorgen damit verbracht zu versuchen, die Spuren eines Angriffs auf das jüdische Restaurant Schalom, dessen Chef er ist, zu beseitigen. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, hatten Zeugen gegen 1.15 Uhr beobachtet, wie aus einem mit vier Personen besetzten dunkelblauen Opel Eier gegen das Restaurant an der Heinrich-Zille-Straße geworfen wurden. Dziuballa, der die Verunreinigung erst am nächsten Morgen sah, schätzt, dass es vier Eier waren. Bei Kälte würden sie zu einer Masse, "fast wie Beton" werden. Trotz seiner Bemühungen könne man nach wie vor gelbe Spuren an der Fassade sehen. Das Ganze sei ärgerlich, "aber es ist nichts weiter passiert", so Dziuballa. In der Vergangenheit hatte es wiederholt Bedrohungen, Beschimpfungen und antisemitische Attacken auf das Restaurant gegeben. Heute sagt Dziuballa, er wolle darüber nicht mehr sprechen und fügt hinzu: "Ich fürchte gar nichts".

Die Polizei geht davon aus, dass der dunkelblaue Opel weiterfuhr, zum nächsten Ziel. Denn etwa 30 Minuten später beobachtete ein Fußgänger ebenfalls einen dunkelblauen Opel, der an der Kreuzung Limbacher Straße/Leipziger Straße hielt. Erneut wurden aus dem Wagen Eier geworfen. Ziel war das dortige Eckhaus. Die Polizei teilte mit, dass sich dort ein alternatives Wohnprojekt befinde und schließt einen politischen Hintergrund der Angriffe nicht aus. Das Eckhaus gehört allerdings nicht mehr zum Verein "Kompott", wie das Wohnprojekt heißt, sondern die angrenzenden Häuser. Das Eckhaus war verkauft worden und ist seit einigen Monaten fertig saniert. Der Eigentümer war gestern nicht erreichbar. Gegen das Wohnprojekt hatte es bereits mehrfach Angriffe gegeben. Zuletzt war dort am 1. November eine Scheibe eingeschlagen worden.

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