Ein Blick ins streng gehütete Haus

Eine der ältesten Fabriken der Stadt kann am Samstag besichtigt werden. Danach wird es nicht mehr so einfach sein hineinzukommen.

Kleinolbersdorf-Altenhain.

Die Merkelfabrik ist älter als 200 Jahre und doch eines der modernsten Gebäude der Stadt. Am Samstag bittet der Bürgerverein des Stadtteils Kleinolbersdorf-Altenhain zur Besichtigung des historischen Industriegebäudes am Amselgrund - und gewährt den Besuchern einen Blick hinter sonst streng gehütete Mauern. Denn der Chef des Software-Unternehmens IMK-Automotive hat vor sechs Jahren begonnen, das einst marode Haus zu sanieren.

Als die dreieinhalb Millionen Euro teuren Bauarbeiten 2014 abgeschlossen waren, begannen die 60 Mitarbeiter in dem inzwischen hochmodernen Bau, weltweit gefragte Software für die Planung von Produktionsprozessen zu entwickeln. Die Erarbeitung ist streng geheim. Deshalb ist der Kleinolbersdorfer Fabrik-Hingucker auch gegen werksfremde Personen gesichert - mit Kameras, Zäunen und Transpondern an den Türen, erklärt Patrick Sammler, Sprecher des Unternehmens. Weil er und Firmengründer Jens Trepte aber wissen, dass es ein großes Interesse an dem prominenten Haus gibt, öffnen sie manchmal eben doch die Firmentore. Zum Tag der Architektur etwa oder zu Sonderveranstaltungen des Bürgervereins, wie nun am Samstag.

Ein anderer Chemnitzer fiebert schon seit Monaten diesem Tag entgegen. Michael Teuchert ist Kameramann und dreht regelmäßig Filme zur Chemnitzer Stadtgeschichte. Erst vor wenigen Tagen hatte sein Streifen über die einst als Merkelfabrik bezeichnete Ex-Spinnereifabrik Premiere. Jetzt zeigt er sein Werk beim Tag der offenen Tür. "Der Film wird zwischen 14 und 20 Uhr mehrfach laufen", kündigt er an. Teuchert lebt selbst in Kleinolbersdorf und ist seit einem Tag der offenen Tür zur Firmeneröffnung der IMK-Automotive ganz verrückt nach dem Haus - und nach dessen Erbauer Christian Friedrich Uhlig. Dem Baumeister setzte er mit Laiendarstellern, darunter Stadtrat Jürgen Leistner und Pfarrer Daniel Förster, ein filmisches Denkmal. "Nun schließt sich der Kreis, wenn ich wiederum andere Menschen bei einem Tag der offenen Tür für die genialen Leistungen des Baumeisters Uhlig begeistere", so Teuchert.

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