Ein Chemnitzer mischt sich unter Promis

Ein Bauunternehmer in TV-Kulisse, ein Gartenfachmann als Taxi-Dienstleister, eine Wissenschaftlerin auf Kunstpfaden.

Kai Schmidt, freiberuflicher Bauleiter aus Chemnitz, tummelte sich in dieser Woche zwischen Promis. Er begleitete seinen guten Bekannten, den Leipziger Künstler Michael Fischer-Art, am Mittwochabend zur Aufzeichnung der Talkshow "Riverboat", durfte die Sendung vom Gastraum hinter den Kulissen aus verfolgen. Und dort gaben sich nach und nach Stars die Klinke in die Hand. Komiker Michael Mittermeier plauderte ganz locker über seine Auftritte in New York, Kapstadt und London. Die Volksmusiker Nik P und Andreas Gabalier ließen derweil schon mal das Jahr 2016 musikalisch Revue passieren. Rosi Mittermaier und Christian Neureuther plauderten über ihre seit 50 Jahren anhaltende Liebe. Auch Modedesigner Thomas Rath schlenderte immer mal wieder durch den VIP-Bereich. Der Chemnitzer Kai Schmidt fühlte sich zwischen den Stargästen ziemlich wohl und stieß mit Michael Fischer-Art auf ein besonderes Projekt an: Er wird die Bauleitung für das neue Wohn- und Ateliergebäude des Künstlers übernehmen. "Wir richten dafür ein historisches Heizhaus in Borna her", erklärte Kai Schmidt. Die Kunst von Michael Fischer-Art kann auch in Chemnitz bewundert werden. Er gestaltete unter anderem das neue medizinische Zentrum auf dem Gelände der Therapieeinrichtung Admedia mit.

Elenor D. Reinartz, in Koblenz studierte Kunstwissenschaftlerin, hat eine Ausstellung für den Verein Kunst für Chemnitz kuratiert. Das ist etwas Besonderes. Denn die Mitglieder stellten ihre Expositionen, die regelmäßig im Dachgeschoss des Heckart-Hauses gezeigt werden, bisher immer allein zusammen. Nun vermittelte Künstler Osmar Osten den Kontakt zu der jungen Kunstfrau. Zwei Jahre lang hat sie als Volontärin für die Kunstsammlungen gearbeitet, nun die Weihnachtsausstellung der Chemnitzer Künstler konzipiert. "Es war mir wichtig, die Schau unvoreingenommen zu erarbeiten", sagte sie am Donnerstag. "Vorgegeben hatte ich nur das Format und die Bitte, dass die Arbeiten alle neueren Datums sein sollten." Jeweils zwei Werke eines Künstlers platzierte Reinartz nebeneinander. So brachte sie Grafiken, Malerei und Drucke von Dagmar Zemke, Thomas Ranft, Osmar Osten oder Klaus Süß in eine übersichtliche Anordnung. "Die Zusammenstellung der Kunst gefällt mir sehr gut", lobte Anja Richter, Kuratorin im Museum Gunzenhauser, die Arbeit ihrer einstigen Kollegin. Sie schaute sich am Donnerstag die Ausstellung während ihrer Mittagspause an. Ob Elenor D. Reinartz auch künftig in der Chemnitzer Kunstszene mitmischt, ist dagegen ungewiss. "Ich arbeite derzeit berufsfremd als Lehrerin an der Abendoberschule", sagte sie. "Das macht auch Spaß, aber sobald sich eine Chance bietet, dass ich in einem Museum arbeiten kann, werde ich diesem Ruf folgen."

Andreas Richter, Inhaber des Gartenfachmarktes Richter, lässt Weihnachtsbäume jetzt im sogenannten Baum-Taxi anliefern. "Jeder kennt das doch: Kaum hat man den Baum angefasst, sind die Hände harzig. Und dann die ganzen Nadeln im Auto..." Wer seinen Tannenbaum also nicht über den Kaßberg schleppen will oder sich den Wagen voller Nadeln laden möchte, der bekommt sein Bäumchen jetzt direkt ins Haus geliefert. "Beim Kauf können die Leute einfach das Weihnachtsbaum-Taxi bestellen. Es bringt den Baum zum Wunschtermin", sagte Richter am Dienstag. "Es sind etwa 2000 Bäume vorrätig. Die haben wir dieses Jahr je nach Größe und Sorte sogar mit Namen getauft." Deshalb stehen nun das kleine Modell "Fritz" oder der fast zweieinhalb Meter lange "Karl" vorm Gartencenter und warten darauf, geschmückt zu werden. Apropos: Was kommt bei Richters daheim an den Baum? "Das entscheiden wir spontan", so Andreas Richter. "Dieses Jahr vielleicht trendige türkise Kugeln."

Andreas Marschner (Foto), Inhaber von Marschners Eiscafé, hat dem langjährigen Messechef Michael Kynast ein (eis-)bombastisches Geschenk gemacht. Kynast hatte in der vergangenen Woche seinen Abschied aus Chemnitz gefeiert. Er leitet künftig das Messegeschäft in Erfurt. Für ein letztes Kaffeekränzchen mit seinen Mitarbeitern hatte sich Kynast eine Portion Eis fürs Team bestellt. Statt ein paar Kugeln, lieferte Eisproduzent Marschner aber gleich einen ganzen Stahlbottich. "Stracciatella, Butterkeks, Nougat und Himbeer-Schokolade habe ich vorbereitet", sagte er bei der Lieferung lachend. Dumm nur, dass der Inhalt in der Lieferschale ungefähr 200 Kugeln ergab. Wer sollte denn die bloß verputzen? Das übernahmen die Gäste von Kynasts offizieller Abschiedsparty am Mittwoch. Da stand das Eis dann plötzlich mitten auf dem Büfett.

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