Ein Lächeln gegen den Ärger über Raser in Hartmannsdorf

Anwohner aus mehreren Teilen der Gemeinde Hartmannsdorf klagen über zu schnelles Fahren auf den Straßen vor ihrer Haustür. Nun wird reagiert.

Hartmannsdorf.

Die Gemeinde Hartmannsdorf hat eine mobile Tempomessanlage angeschafft. Der Grund dafür ist, dass es aus verschiedenen Teilen der Kommune Beschwerden von Anwohnern über Raser und Verkehrslärm gegeben hat. Nun soll sich Klarheit über die gegenwärtige Situation verschafft werden.

Einen ersten Versuch startete die Gemeinde mit einem Messgerät auf der Bahnhofstraße, das nach Angaben von Alexander Löwe, Sachbearbeiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Hauptamt der Gemeinde, reichlich 2.500 Euro kostet und entweder mit dem lachenden oder einem weinenden Smiley Autofahrern anzeigt, ob sie das vorgeschriebene Tempo einhalten oder nicht.

Es sei in Höhe der Grundstücke 34 und 34a aufgebaut worden, so Löwe, und trage damit nicht zuletzt auch zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei. In der Gemeinde erhofft man sich von den aufgezeichneten Daten zudem Hinweise, wo eine Häufung von Temposünden auftritt. Die Verwaltung erfahre durch das Auslesen der Daten, wie viele Fahrzeuge die Messstelle passiert haben und wie schnell sie waren, sagt Bürgermeister Uwe Weinert (CDU).

Eine Aktion zur Messung der Geschwindigkeit hatte es bereits vom 9. bis zum 15. Juli an der Bahnhofstraße gegeben, wo nach Aussage des Ortschefs rund 17.400 Fahrzeuge erfasst worden seien. "Der überwiegende Teil hat sich an das innerörtliche Tempolimit gehalten", sagte er. Das Durchschnittstempo habe bei 53,4 Kilometer pro Stunde gelegen. Erlaubt sind 50. Daran hielten sich 85 Prozent der Fahrzeugführer. Die übrigen waren etwas schneller unterwegs, bis zu 61 Kilometer pro Stunde wurden gemessen.

An einem anderen Schwerpunkt im Ort, an der Chemnitzer Straße, erfolgte die Datenerfassung von 13. Juni bis zum 8. Juli ortsauswärts in Höhe des Gasthofes Braugut. Dort bestätigten die Kontrollen die Einschätzung von Anwohnern, dass manche Auto- und Motorradfahrer deutlich zu stark aufs Gaspedal treten. Das schnellste von den dort erfassten Fahrzeugen passierte die Messstelle kurz hinter einer Kreuzung mit 124 Kilometern pro Stunde. Konsequenzen habe das Erfassen der Geschwindigkeit in diesem Fall für den Raser nicht. Er sei lediglich auf die gefahrene Geschwindigkeit hingewiesen worden, indem diese als Zahlenwert angezeigt wurde. Zudem blickte jeder Temposünder in ein finsteres Smiley-Gesicht auf der Anzeigetafel, so Weinert. Hätte die Polizei, wie sie es an dieser Stelle hin und wieder ebenfalls tut, mit der Laserpistole gemessen, wären Bußgeld, Punkte und Fahrverbot die Folge gewesen. Die Gemeinde darf die Tempovergehen nicht ahnden und auch selbst keine Blitzerkästen aufstellen. Das bleibe Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern vorbehalten, sagt Weinert. Ob in Hartmannsdorf ein Blitzerkasten aufgestellt werden soll oder nicht, entscheide das Landratsamt. Die Behörde dürfe ebenfalls den fließenden Verkehr kontrollieren und Buß- sowie Verwarngelder verhängen.

Die Gemeinde will mit dem Einsatz der mobilen Tempomessanlage vor allem präventiv die Verkehrssicherheit erhöhen. Diese freundliche Art der Verkehrsberuhigung ist gängige Praxis in vielen Orten der Region. Experten gehen davon aus, dass die Tafeln Signalwirkung haben. Der Claußnitzer Bürgermeister Günter Hermsdorf erhofft sich von den Aufzeichnungen mobiler Geräte zudem Aufschluss über das Verkehrsaufkommen sowie Anzahl, Uhrzeit und Art der Tempoverstöße. "Damit hätten wir etwas in der Hand, um an Schwerpunkten gezielte Kontrollen durch die Behörden zu fordern", argumentiert er für den Einsatz einer Geschwindigkeitsmessanlage im Dorf. Die Messergebnisse der mobilen Anlage an der Chemnitzer Straße in Hartmannsdorf ergaben laut Weinert einen Durchschnittswert von knapp unter den erlaubten 50 Kilometern pro Stunde. Wie an der Bahnhofstraße hielten sich rund 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer ans Limit, erläutert er. Manche Fahrzeuge waren am Beginn des sogenannten Chemnitzer Berges auch langsamer. Raser waren die Ausnahme, so der Ortschef. Ein Großteil der Überschreitungen lag im Bereich von 60 Kilometer pro Stunde oder knapp darüber. Weinert vermutet Unachtsamkeit und nicht aktualisierte Navigationsgeräte als eine Ursache. Bis vor einiger Zeit durfte auf der ehemaligen Bundesstraße im Ort Tempo 60 gefahren werden.

Ein weiterer Schwerpunkt im Ort, an dem "grenzwertig schnell" gefahren werde, ist laut Weinert die Herrenhaider Straße. Vor allem am Einmündungsbereich an der Chemnitzer Straße sei das gefährlich, sagt er. Eine veränderte Ampelschaltung mit längerer Grünphase für den Autobahnzubringer soll an dieser Stellen inzwischen zur Verkehrsberuhigung beitragen. Mit der Geschwindigkeitsanzeigetafel will die Kommune an wechselnden Stellen im Ort Motorisierten die Möglichkeit geben, ihr Fahrverhalten zu überprüfen. Die Standorte sollen überdies gewechselt werden, um einen Gewöhnungseffekt bei den Autofahrern zu vermeiden.

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