Ein Rapper und sein Blick auf die Schwerkraft

Wenige Hundert Zuhörer haben das vorerst letzte Konzert am Marx-Monument miterlebt. Der Musiker befasste sich mit dem "Lügenpresse"-Vorwurf.

Das vorerst letzte der vier "Am Kopp"-Konzerte seit den Ereignissen vor gut einem Monat ist dasjenige mit dem jüngsten Publikum: Wer am Mittwochabend direkt vor der Bühne steht und 25Jahre alt ist, zählt schon zum betagteren Semester. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wer für die Musik sorgt: Der aus Köln angereiste Rapper Lgoony ist selbst erst 23. Mit seinem faltenfreien Gesicht, Trainingsjacke und Basecap würde er glatt noch als Schüler durchgehen.

Lgoony, der eigentlich Ludwig Langer heißt, mischt seit gut drei Jahren im Musikgeschäft mit. Dass er unter Kollegen anerkannt ist, belegt die Tatsache, dass er auf Kooperationen mit Szenegrößen wie Casper und Zugezogen Maskulin verweisen kann. 2016 trat er auf dem Kosmonaut-Festival auf. Vor dem Marx-Monument wird er von einem weiteren Rapper namens Yaesyaoh und einem DJ unterstützt. Schon beim ersten Song bildet sich ein Moshpit. Die Zuhörer springen auf und nieder, schubsen sich herum und singen textsicher mit. Ab und zu werden leere Plastikflaschen in die Menge geworfen, Cannabis-Geruch steigt in die Nase. Abseits dieses harten Kerns bleibt der Zuspruch überschaubar: Es dürften wenige Hundert sein, die den etwa einstündigen Auftritt, der mit etwas Verspätung beginnt, nicht verpassen wollen.

Lgoony nutzt häufig vulgäres Vokabular, wie es im Gangsterrap üblich ist. Abseits dieser Attitüde wartet er aber ab und zu auch mit hochaktuellen Aussagen auf. "Schwerkraft ist eine Lüge der Medien" heißt es in einem Song, der den "Lügenpresse"-Vorwurf und Verschwörungstheorien ironisch auf die Schippe nimmt: "Ein Apfel fällt nur auf den Boden dank einer Animation." Nach dem Lied bedankt sich Lgoony bei den Zuhörern dafür, dass "ihr die Message checkt". (jop)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
2Kommentare
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  • 6
    4
    dwt
    04.10.2018

    Oh gott @hinterfragt...

    Wer so besorgt ist, sollte sich langsam um seine eigene Gesundheit Sorgen.
    Euer Sorgenprogramm ist schon nicht mehr lächerlich.

  • 3
    9
    Hinterfragt
    04.10.2018

    "... Cannabis-Geruch steigt in die Nase..."
    Hab's zehn mal gelesen, es steht so wirklich da!

    Ich glaub es hackt!
    Und da hat man nichts getan ???



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