Ein Sommer im Park - Konzept geht auf

Am Sonntagabend ist der dritte Parksommer zu Ende gegangen. Ob es eine Neuauflage gibt, darüber ist bereits entschieden.

Einen ganzen Sommermonat lang dasselbe Bild: Der Arbeitstag geht zu Ende, die Geschäfte schließen, einige Menschen hasten zur Straßenbahn, für andere beginnt die schönste Zeit des Tages. Im Stadthallenpark, ohnehin in dieser Jahreszeit ein lebendiger Ort, versammelt sich ein buntes Publikum vor der Bühne, macht sich's in Liegestühlen oder auf der Wiese bequem. Und während der eine oder andere Papa im Hintergrund noch ein Kinderwagenrennen veranstaltet, Jungs und Mädchen durch den Park toben, füllt sich die Bühne.

Die Konzerte sind ein Geschenk an die Chemnitzer und ihre Gäste - und die wissen das zu schätzen. Kostenlos und draußen und gemeinsam- das Angebot wurde selbst an jenen Abenden gut angenommen, an denen die Temperaturen deutlich unter die 20-Grad-Marke gefallen waren. Am Wochenende ging der Parksommer nun zu Ende, am Sonntag mit der Jeanine-Vahldiek-Band - so wie jeden Sonntag die Bühne den Frauen gehörte. Schon tags zuvor bekommt die Chemnitzer Band O'Stereo den meisten Beifall, als sie die Hoffnung ausspricht, dass der Parksommer weitergeführt wird. Aber das junge Quartett erhält überhaupt viel Beifall für seinen sympathischen Auftritt. 2016 als Duo gegründet, haben Anne Günther (Keyboards, Gesang), Diana Drechsel (Schlagzeug), Florian Löbel (Keyboards) und Falk Hofmann (Gitarre, Gesang) ihr ursprüngliches Singer/Songwriter-Repertoire bandtauglich arrangiert. Und das passt hervorragend zum Parksommer. Der ist nicht für die ganz großen Bands gemacht, die Tausende anziehen, sondern bietet regionalen Künstlern eine Bühne und solchen, die es noch zu entdecken gilt. Wie eben O'Stereo. Sie geben auf sanfte Art dem Lebensgefühl derer Ausdruck, die nach Schule, Studium, Berufsausbildung ihren Platz im Leben suchen, sich Gedanken über die Dauer von Beziehungen machen, die noch unterwegs sind: "Egal wohin, egal wie weit", manchmal "ohne Antwort, ohne Fragen" bleiben, aber dennoch nicht stumm und verbittert werden: "Ich schenk dir meine Worte, schenk du mir dein Gehör". Und dass sie in einem Lied aus dem "Ausbruch" ein "Hausboot" machen, zeugt nicht nur von Humor, sondern ist auch passend: Ihre melodiösen, oft etwas melancholischen Songs sind eher fürs gemächlich dahin gleitende Hausboot als fürs revolutionäre Schnellboot gemacht.


Es ist ein stimmungsvoller Sommerabend, wie es viele beim Parksommer waren, der so bleiben kann, wie er ist, vielleicht sein Programm noch ein wenig im Hinblick auf die vielen in der Stadt lebenden Nationalitäten anpassen könnte. Der Höhepunkt ist erreicht, als die Band ans kleine und große Publikum bunte Leuchtsticks verteilt, einen Text dem Ort gemäß umdichtet und den Zuhörern attestiert: "Rot, grün, gelb, schwarz und blau - ohne euch ist Chemnitz ziemlich grau."

Das könnte auch der Leitsatz für Kommendes sein, denn das steht schon fest: Es wird eine vierte Parksommer-Auflage geben, vom 16. Juli bis 16. August 2020, verspricht Yvonne Buchheim von der Veranstaltungsgesellschaft C3, während sie auf die 2019-er Zahlen blickt. Insgesamt zählte der diesjährige Parksommer etwa 18.000 Gäste - so viele wie im Vorjahr. Viele verbanden den Besuch des Stadthallenparkes mit anderen Veranstaltungen in der Innenstadt, gingen danach zu den Filmnächten oder in dieser Woche zum Weinfest.

Von 72 geplanten Parksommer-Veranstaltungen seien nur drei Kinderveranstaltungen wegen schlechtem Wetter abgesagt worden. Am 13. Juli mussten die Künstler wegen eines aufziehenden Gewitters vorzeitig die Bühne verlassen. In jener Juli-Woche hatte der Sommer eine Pause eingelegt. "Aber selbst da kamen im Schnitt 200 Leute zum Konzert", so Buchheim. Bei höheren Temperaturen waren es mehr als doppelt so viele. Als sehr gut besucht nennt sie die Klassiknacht am 18. Juli mit dem Duo Kaufmann. Die zwei Klavier-Brüder aus Lichtenstein haben bereits ihre eigene Fangemeinde. An den Folkabenden jeweils mittwochs hat es die Besucher mitunter nicht mehr auf den Sitzen gehalten. Lieber tanzten sie im Park.

Absoluter Publikumsliebling waren wie schon 2018 die Freitagabende mit Poetry-Slam. Einmal nahmen sogar mehr als 1000 Gäste auf der Wiese Platz. Gut besucht waren, so Buchheim, auch die Kinderprogramme, die ab 17 Uhr liefen und die Yoga-Angebote eine Stunde später. Diese Mischung soll 2020 erhalten bleiben, sagt die Sprecherin des Veranstalters. Das Programm wird mit dem Geld finanziert, das über die Crowdfunding-Aktion einging, die während des diesjährigen Parksommers lief und am 11. August abschließt. Das Ziel, 20.000 Euro für die Neuauflage des Festivals einzuspielen, ist bereits erreicht, sagte Buchheim am Sonntagabend. Die Volksbank gibt je eingegangenen Euro 25 Cent dazu.

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