Einbrüche in Einfamilienhäuser - Polizei stellt Verdächtigen

Kommissar Zufall ist den Beamten zu Hilfe gekommen. Betroffene leben trotzdem weiter mit dem Gefühl der Unsicherheit.

Die Videoüberwachungsanlage hat nichts genützt. Hilflos musste ein Adelsberger auf dem Smartphone mit ansehen, wie ein Einbrecher die Terrassentür des Eigenheims der Familie an der Hugo-Pöschmann-Straße aufhebelte. "Gegen 17.45 Uhr bekam ich die Information aufs Handy, dass jemand ums Haus schleicht", berichtet der 40-Jährige. Zehn Minuten später sei der Fremde ins Haus eingedrungen und habe begonnen, alle Räume nach Wertsachen zu durchsuchen. Als die umgehend alarmierte Polizei nach wenigen Minuten am Ort des Geschehens eintraf, war schon alles zu spät. Der Einbrecher hatte sich mit Schmuck, darunter wertvollen Erbstücken, Uhren, etwas Bargeld und Haustürschlüsseln aus dem Staub gemacht.

"Wenn ich die Reparatur der Terrassentür und das Auswechseln der Schlösser mitrechne, ist uns sicher ein Schaden von etwa 5000 Euro entstanden", schätzt der Hauseigentümer. Aber das sei noch nicht das Schlimmste. "Der Einbruch macht uns allen psychisch zu schaffen. Man ist bei jedem Klingeln des Handys verunsichert." Er sorge sich vor allem, dass seine drei Kinder den Einbruch gut verarbeiten.

Solche Erlebnisse hatten in den vergangenen Tagen auch etliche andere Eigenheimbesitzer in mehreren Stadtteilen. Allein aus Adelsberg meldete die Polizei innerhalb einer Woche acht Einbrüche in Einfamilienhäuser. Hinzu kamen vier Einbruchsversuche, bei denen der oder die Täter entweder an Sicherheitsvorkehrungen scheiterten oder gestört wurden und ohne Beute flüchteten. Sechs vollendete Einbrüche wurden in Schönau, drei in Röhrsdorf und zwei in Borna-Heinersdorf angezeigt. Auch dort waren laut Polizei die Täter fast immer durch Terrassentüren eingedrungen und hatten an den betreffenden Tagen zudem weitere Hausbesitzer Einbruchsversuche bemerkt.

Dass es sich bei dieser Serie um eine zufällige Häufung von Einzeltaten handelt, hält offenbar auch die Polizei für unwahrscheinlich. Wie die Pressestelle auf Anfrage mitteilte, fanden die ermittelnden Beamten des zuständigen Fachkommissariats der Kriminalpolizei Anhaltspunkte dafür, dass ein oder mehrere Wiederholungstäter am Werk waren. Dafür sprächen nicht nur die zeitliche Abfolge der Einbrüche und die Nähe der einzelnen Tatorte. Mögliche Zusammenhänge würden obligatorisch geprüft, so die Pressestelle.

Als Reaktion auf die Einbrüche habe der Streifendienst der Polizei die betroffenen Siedlungen tagsüber und auch nachts verstärkt im Blick. Darüber hinaus hätten sogenannte Präsenzstreifengänge an Einbruchs-schwerpunkten stattgefunden, bei denen Polizisten Eigenheimbesitzer und Passanten gezielt ansprechen und nach Auffälligkeiten fragen, so die Pressestelle. Solche Streifen sollen in Abhängigkeit von der aktuellen Einsatzlage auch weiterhin durchgeführt werden.

Einer der Täter könnte aber möglicherweise bereits in Haft sein - mithilfe von Kommissar Zufall. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, war Fahrkartenkontrolleuren der CVAG am Mittwochabend in einer Straßenbahn der Linie 1 nach der Haltestelle Guerickestraße ein Mann aufgefallen, der offenbar ohne Ticket mitfuhr. Als er darauf angesprochen wurde, habe er einen 52-jährigen Kontrolleur ins Gesicht geschlagen und wollte flüchten. Mehrere CVAG-Mitarbeiter hielten ihn fest und übergaben ihn der Polizei, die bei ihm Einbruchswerkzeug und verschiedene Schmuckstücke, jedoch keinen Ausweis fand. Auf dem Revier habe sich herausgestellt, dass es sich um einen 40-jährigen Albaner handelt, gegen den bereits zwei Haftbefehle vorlagen. Zur selben Zeit sei der Polizei ein am Mittwoch verübter Einbruch in ein Einfamilienhaus an der Bierstraße in Schönau gemeldet worden, bei dem Schmuck gestohlen wurde. Die Hausbesitzerin habe die Schmuckstücke, die der Festgenommene bei sich hatte, eindeutig als ihr Eigentum wiedererkannt. Auch zwei Einbruchsversuche an der Bahnstraße und Mühlstraße wurden am Mittwoch angezeigt. Die Staatsanwaltschaft habe gegen den 40-jährigen Verdächtigen erneut Haftbefehl erlassen. Er befinde sich seitdem in einer Justizvollzugsanstalt. Die Kriminalpolizei prüfe jetzt, ob er auch für die beiden Einbruchsversuche vom Mittwoch in Schönau und weitere Einbrüche der vergangenen Tage in Chemnitz verantwortlich ist.

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