Einst Lagerplatz - jetzt Stadtteilpark

Aus einer wenig ansehnlichen Fläche an zwei Hauptverkehrsstraßen auf dem Sonnenberg ist eine Oase entstanden. Sie trägt den Namen eines Mannes, der unweit tätig war.

Sonnenberg.

Wenn Olaf Draack mit seiner Tochter Lia den neuen Stadtpark auf dem Sonnenberg besucht, dann freut er sich über die Anlage, die dort entstanden ist. Er hofft, dass der Park so gepflegt bleibt und nicht durch Vandalismus beschädigt wird. Gepflasterte Wege bilden den Eingang zu der Fläche, die in den vergangenen Wochen an der Ecke Fürstenstraße/Zietenstraße gestaltet wurde. Sie ist von Bäumen gesäumt. Bänke und Spielgeräte sollen Kinder und Erwachsene zum Verweilen einladen. Einen Hingucker bildet der Brunnen, der nach Angaben der Stadtverwaltung den Namen Haarwäsche trägt. Es handelt sich dabei um ein stadteigenes Wasserspiel, das sich bis 2012 an der Sonnenstraße befunden hatte. Diese neue Oase hat die Stadtverwaltung für insgesamt etwa 490.000 Euro anlegen lassen. Mit städtebaulichen Fördermitteln in Höhe von 283.000 Euro wurde das Projekt unterstützt.

Auf dem rund einen halben Hektar großen Areal hatten sich einst Plattenbauten befunden, die erst kurz vor der Wende errichtet und später sukzessive wieder abgerissen wurden. Seither war die Fläche - abgesehen von einem Sparkassen-"Würfel" - verwaist. Zuletzt war der Bereich während Bauarbeiten an der Zietenstraße als Lagerplatz genutzt worden.

Zunächst hatte das Areal wegen der Lage an der Fürstenstraße den Arbeitstitel "Fürstenplatz" getragen. Stadtteilrat und die Arbeitsgemeinschaft Sonnenberg-Geschichte hatten der Stadtverwaltung aber den Vorschlag unterbreitet, den Park nach Rüdiger Alberti zu benennen. Dieser war von 1928 bis 1937 Pfarrer an der Markuskirche und wurde in dieser Zeit von den Nationalsozialisten verhört, vom Dienst suspendiert und für Monate im Konzentrationslager Sachsenburg bei Frankenberg interniert. Sein "Vergehen": In einer Bekanntmachung wandte er sich 1935 gegen eine "neue Religion", die sich "deutscher Glaube und nicht mehr christlicher Glaube" nenne und verband dies mit einem Gebet für alle in dieser Zeit bereits verhafteten Pfarrer. Später in britischer Kriegsgefangenschaft, verstarb Alberti 1953 in Leipzig. (mit jüw)

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