Einsturzgefahr nach Feuer: Lagerhalle wird abgerissen

Ein Gebäude auf dem Kaßberg ist in der Nacht zu Dienstag niedergebrannt. Rund 100 Haushalte bekamen die Folgen des Einsatzes auf indirekte Weise zu spüren.

Kaßberg.

Der beißende Geruch von verbranntem Gummi steigt in die Nase, wenn man die in der Nacht zu Dienstag abgebrannte Lagerhalle am Borssenanger betritt. Die völlig zerstörten Überreste zweier Transporter stehen direkt am Eingang, im Hintergrund hängen die Überreste des zum Teil eingestürzten Daches schräg über dem Innenraum. Am späten Montagabend gegen 22.50 Uhr wurde das Feuer gemeldet. Es dauerte bis ungefähr 3 Uhr, bis die Feuerwehr die Flammen in den Griff bekam. Laut einer Mitteilung der Feuerwehr seien es schwierige Löscharbeiten gewesen: Das Gebäude ist nur von einer Seite zugänglich. 59 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Noch bis Dienstagnachmittag blieben Kräfte vor Ort, um Glutnester zu löschen.

Personen wurden bei dem Feuer nicht verletzt. Zerstört wurden aber insgesamt sechs Pkw, drei Transporter, zwei Gabelstapler, Baumaschinen, Holzvorräte und vieles mehr. Die Polizei schätzt den Schaden auf ungefähr eine halbe Million Euro. Die Brandursache ist laut den Beamten noch unbekannt.

Bei den Ermittlungen ist allerdings Eile geboten - denn die Halle soll schon bald abgerissen werden. Laut Brandoberinspektor Marcel Milkau habe ein Statiker festgestellt, dass die Stabilität des Gebäudes nicht mehr gewährleistet sei. Zu groß ist der Schaden, den die Flammen angerichtet haben - insbesondere am Dach. Tragende Bauteile seien beschädigt. Milkau geht davon aus, dass der Abriss schon am heutigen Mittwoch erfolgen könnte.

Die rund 650 Quadratmeter große Fläche diente als Garage, Werkstatt und Lagerraum für eine Zimmerei, einen Steinmetz, einen Landschaftsbauer und zwei Taxiunternehmen. Jan Lazar gehört zu den betroffenen Mietern der Halle. Der Chef einer Taxifirma wohnt sogar auf dem weitläufigen Grundstück und bekam das Feuer kurz nach dem Ausbruch unmittelbar mit. "Ich habe noch überlegt, ob ich versuchen soll, die Autos aus der bereits brennenden Halle zu fahren", sagt Lazar. Angesichts der Hitze und der sich immer stärker ausbreitenden Flammen habe er sich aber doch dagegen entschieden. Seine Versicherung werde den Schaden komplett übernehmen, ist Lazar überzeugt.

Auf sein Tagesgeschäft wird der Verlust seiner vier Fahrzeuge keine Auswirkungen haben. In der Lagerhalle seien die Reserve-Autos, die nicht jeden Tag gebraucht wurden, geparkt gewesen, erklärt Lazar. Ähnlich ist die Situation bei Taxiunternehmer René Fritzsche, der ebenfalls zwei seiner Fahrzeuge in der Halle geparkt hatte.

Rund 100 Haushalte auf dem Kaßberg, überwiegend in der Gustav-Adolf-Straße, merkten die Auswirkungen des Einsatzes auf indirekte Weise: Bei ihnen kam das Wasser am Dienstag nur mit sehr wenig Druck aus der Leitung. Aufgrund der Löscharbeiten sei es zu Druckschwankungen und infolgedessen zu einer Beschädigung eines Teilstückes der Wasserleitung gekommen, erklärt Christian Stelzmann, Sprecher des Versorgers Eins. Am Dienstagvormittag hätten mehrere Anwohner das Problem bei dem Unternehmen gemeldet. Techniker drehten daraufhin vorübergehend das Wasser für die betroffenen Haushalte komplett ab, damit die Leitungen repariert werden konnten. Sie wurden am Dienstagnachmittag mit einem Wasserwagen versorgt. Die Arbeiten dauerten bis in die Abendstunden.

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