Einzelstunden und Mundschutz in den Musikschulen

Die Einrichtungen im Landkreis Zwickau haben den Unterricht wieder aufgenommen - unter neuen Bedingungen. Einige junge Musiker müssen aber noch zu Hause bleiben.

Waldenburg/Limbach-O..

In die Musikschulen der Region kehrt ein Stück Normalität zurück. Soll heißen: Der Unterricht läuft wieder an. In der Jugendkunstschule Waldenburg wird seit einer Woche wieder unterrichtet, sagt Leiter Olaf Richter. Doch ganz so normal gestaltet sich der Unterricht für die etwa 1000 Schüler sowie 35 Lehrer dann doch nicht.

"Wegen der Coronaauflagen kann immer nur Einzelunterricht stattfinden. Auch den Mindestabstand müssen wir einhalten", erklärt Richter. Doch das sei nicht immer so einfach - besonders bei jungen Schülern, denen hin und wieder beispielsweise die Griffe an der Gitarre gezeigt werden müssen. Zudem müsse man beim Stundenplan der Musikschule flexibler sein. "Meist kommen die Schüler direkt nach dem Schulunterricht zu uns, aber der findet derzeit noch nicht wie sonst statt. Daher müssen wir anders planen, wer wann in die Musikschule kommen kann", sagt Richter weiter. Und auch mit Blick auf die Instrumente sind die derzeitigen Hygienevorgaben eine große Herausforderung. "Ich muss ein Klavier nach jedem Schüler mit Seifenlauge reinigen. Aber Feuchtigkeit ist für das Instrument nicht gut. Es ist also ein schmaler Grat, auf dem wir uns hier bewegen", erläutert der Leiter der Schule.

Vorgaben, wie die Musikschulen derzeit arbeiten sollen, hat der Bundesverband der Musikschulen herausgegeben. "Der Verband hat - angelehnt an die Vorgaben der Regierung - Orientierungspunkte niedergeschrieben, die die Musikschulen berücksichtigen sollen", sagt Markus Brückner, Geschäftsführer des sächsischen Landesverbandes der Musikschulen. Darin sind unter anderem Richtlinien zum Mindestabstand, zum regelmäßigen Händewaschen, zum Verhalten beim Husten und Niesen und zum Lüften von geschlossenen Räumen zu finden.

Am gestrigen Montag begann auch die Ausbildung an der Kreismusikschule "Clara Wieck", informierte Kreissprecherin Ilona Schilk auf Anfrage. Die Kreismusikschule hat ihren Sitz in Glauchau und Werdau, bietet aber Unterrichtsstätten im gesamten Kreisgebiet an, auch in Limbach-Oberfrohna. Für die Einrichtung gilt ebenfalls ein Hygienekonzept. "Unterricht findet mit maximal drei Personen in einem Raum statt", erklärt die Sprecherin. Instrumente auszuleihen, bleibe weiterhin möglich. "Normalerweise erhalten die Schüler Instrumente für einen längeren Zeitraum. Wenn derzeit jemand eins leihen will, dann wird das im Einzelfall geprüft", sagt Schilk weiter. Doch nicht alle Gruppen der Musikschule können wieder loslegen. "Wir können voraussichtlich erst im nächsten Schuljahr wieder mit den Proben des Akkordeonorchesters beginnen", berichtet die Leiterin Marsillia Fügemann. Hier seien Proben in kleineren Gruppen einfach nicht umsetzbar. "Bei uns kommt es auf das Zusammenspiel aller an. Da bringen uns nur drei Leute leider nicht weiter", bedauert die Musiklehrerin.

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