Eisenbahnmuseen bereiten sich auf die Landesausstellung vor

Zuletzt waren an einem Wochenende tausende Besucher nach Hilbersdorf geströmt. Jetzt wird auf dem Gelände dort gebaut - für einen noch größeren Höhepunkt.

Hilbersdorf.

Wenige Tage nach dem 28. Heizhausfest laufen auf dem Gelände des Technikmuseums Seilablaufanlage und des Sächsischen Eisenbahnmuseums in Hilbersdorf schon wieder Bauarbeiten. Denn am 25. April kommenden Jahres werden beide Museen als gemeinsamer Schauplatz Eisenbahn zur 4. Sächsischen Landesausstellung eröffnet. Es bleiben also nur noch gut sieben Monate Zeit, um das von Historikern, Museums- und Landschaftsgestaltern entworfene Konzept für diese Großveranstaltung umzusetzen.

Bereits im Gange ist das Befestigen von Wegen und Plätzen, berichtet Claudius Noack, Kunst- und Architekturhistoriker aus Meißen und einer der beiden Leiter des Projektes Schauplatz Eisenbahn. Unter anderem sollen das jetzt noch holprige Pflaster der Einfahrt von der Frankenberger Straße zum ehemaligen Rangierbahnhof in Höhe des alten Güterschuppens, der das neue Eingangsgebäude wird, neu verlegt und daneben Parkplätze angelegt werden, berichtet er. Die Flächen zwischen den Rundhäuser genannten Lokschuppen des früheren Bahnbetriebswerkes, das heute Eisenbahnmuseum ist, wurden bereits neu gepflastert. Ebenfalls noch in diesem Jahr soll zudem ein Weg zwischen dem ehemaligen Befehlsstellwerk 3 des Rangierbahnhofes und den Rundhäusern asphaltiert werden. "Der Wegebau verschlingt mit rund 500.000 Euro den Großteil unseres Etats", erklärt Noack. Für weitere etwa 120.000 Euro soll das insgesamt 26 Hektar große Areal in den nächsten Wochen mit einem Zaun eingefriedet werden. Der Auftrag dafür ist nach Abschluss der Ausschreibung bereits erteilt, so der Projektleiter.

Notwendig sei der Zaun insbesondere, damit sich Besucher nicht auf die am Museumsgelände vorbeiführende Bahnstrecke nach Dresden verirren. Insgesamt stehen für die Vorbereitung des Schauplatzes etwa 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Jeweils 500.000 Euro dieser Summe kommen von der Stadt und vom Freistaat, rund 200.000 Euro sind Fördermittel vom Bund.

In ihrem Architekturbüro Atelier N. 4 im Flöhaer Ortsteil Falkenau ist Designerin Barbara Graupner, die zweite Leiterin des Projektes Schauplatz Eisenbahn, gerade dabei, die neue Ausstellung zum Thema Eisenbahn und Wirtschaft zu planen. Diese soll - neben Kasse, Garderobe, Imbiss und Toiletten - den Großteil des neuen Eingangsgebäudes einnehmen, zu dem der alten Güterschuppen nahe der Frankenberger Straße ausgebaut wird. Dort ist vor kurzem bereits der Fußboden erneuert worden.

Denn zum Heizhausfest vom 23. bis 25. August war der Güterschuppen erstmals nach Abschluss seiner Sanierung öffentlich zugänglich. Vor und in dem etwa 100 Jahre alten Gebäude erhielten die Besucher auf Schautafeln und von der Projektleitung Informationen zur Landesausstellung 2020, bei der das ehemalige Bahngelände in Hilbersdorf einer von sechs sogenannten authentischen Schauplätzen sein wird. Insgesamt hatten der Trägerverein des Sächsischen Eisenbahnmuseums und der Verein Eisenbahnfreunde Richard Hartmann als Betreiber des Technikmuseums Seilablaufanlage zum Heizhausfest etwa 9000 Besucher gezählt. Neben einer Lokausstellung und Fahrzeugparaden gab es Parallelfahrten von zwei Zügen nach Freiberg, Schnupperfahrten nach Hainichen und anderes mehr.

Das Technikmuseum mit dem Güterschuppen hat dieses Jahr noch zum Tag des offenen Denkmals am 8. September von 10 bis 15 Uhr und am 5. Oktober von 10 bis 17 Uhr geöffnet, das Eisenbahnmuseum bis Ende Oktober jeden Samstag, Sonn- und Feiertag sowie in den Herbstferien jeweils von 10 bis 17 Uhr.


Von April bis November 2020

Die 4. Sächsische Landesausstellung mit dem Titel "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" findet vom 25. April bis 1. November 2020 an sieben verschiedenen Standorten statt. Ort der Zentralausstellung ist der Audi-Bau in Zwickau. Daneben gibt es sechs sogenannte authentische Schauplätze: das August-Horch-Museum Zwickau (Autos), das Industriemuseum Chemnitz (Maschinen), das ehemalige Bahngelände in Chemnitz-Hilbersdorf (Eisenbahn), das Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (Kohle), die Tuchfabrik Pfau in Crimmitschau (Textil) und das Silberbergwerk Freiberg (Silber). (mib)

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