Elektrisch ins Umland

Europaweite Ausschreibung für bis zu 33 neue Regionalstadtbahnen durch den VMS

Die Anschaffung von 19 neuen Bahnen für den Ausbau der Chemnitz-Bahn hat der Verkehrsverbund Mittelsachsen in die Wege geleitet. Die Ausschreibung wurde im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Die Kosten liegen laut VMS im zweistelligen Millionenbereich. Der Zuschlag soll im Dezember 2021 erfolgen. Bestandteil der Ausschreibung ist eine Option auf 14 weitere Bahnen, insgesamt wären das 33.

Zurzeit verkehren für die Chemnitz-Bahn zwölf Citylinks - Hybridfahrzeuge, die mit Straßenbahnstrom und Diesel angetrieben werden. Die künftigen Regionalstadtbahnen (RSB) sollen mit Eisenbahnstrom und mit Straßenbahnstrom fahren können.

Die neuen Fahrzeuge kommen nach Aussage des VMS-Infrastrukturleiters Mathias Korda auf den Linien von Chemnitz nach Stollberg und weiter nach St. Egidien, nach Mittweida/Döbeln und nach Hainichen zum Einsatz (Linien C11, C14, C15). Die Hainichen-Linie werde bis zum Einsatz der neuen Bahnen elektrifiziert.

Sobald die Strecke von Chemnitz nach Leipzig zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert ist, fahren die neuen Bahnen auch nach Burgstädt (Linie C13), so Korda.

Die Ausstattung der neuen Regionalstadtbahnen wird jener der vorhandenen Citylinks ähneln. Bestellt werden Bahnen von rund 37 Metern Länge mit rund 85 Sitzplätzen und rund 140 Stehplätzen. Bis auf die Fahrzeugenden seien die Bahnen stufenfrei, so der VMS. Sie sollen über eine Klimaanlage, Blindeninformationssysteme, Rollstuhlplätze und natürlich WCs verfügen.

Ursprünglich hatte der VMS gemeinsam mit einer Gruppe anderer Verkehrsunternehmen und Verbünde sogenannte VDV-Tramtrains bestellen wollen. Nach VMS-Angaben hätten sich technische Anforderungen und das Instandhaltungskonzept der Fahrzeuge allerdings wesentlich von den Anforderungen des VMS unterschieden.

Die vorhandenen Diesel-Citylinks kommen nach der Beschaffung der elektrischen Bahnen auf den noch nicht elektrifizierten Strecken nach Aue sowie geplant nach Annaberg-Buchholz und Olbernhau zum Einsatz. Die Regionalstadtbahnen werden von der City-Bahn Chemnitz GmbH betrieben, einer Schwestergesellschaft des VMS. (ros)

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11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    Zeitungss
    10.12.2020

    An alle Teilnehmer in dieser Runde, welche mich bisher reichlich rot eingedeckt haben zum Thema Mehrsystemtechnik. Nun ist man beim VMS doch noch darauf gekommen, dass es diese Technik wirklich gibt, meinen Glückwunsch. Genau aus diesem Grund bezeichnete ich das CM als halbherzig, wer sich noch erinnern kann. Die Kritiker von damals können sich gerne äußern. Auch wenn Fahrzeuge des Nahverkehrs bei mir nur zum Hobby zählen, ist mir die Schienenfahrzeugtechnik und deren Hersteller bestens bekannt, das allerdings beruflich.