Endspurt in der Chemnitzer Kita-Offensive

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Ein gutes Dutzend neuer Kindertageseinrichtungen hat das Rathaus bauen lassen. Die Stadtverwaltung sieht sich damit am Ziel - und macht Eltern ein Versprechen.

Seit 2013 gilt in Deutschland ein Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Die Kommunen sind verpflichtet, jedem Kind, das älter als ein Jahr ist, einen Kitaplatz oder eine Tagesmutter für die Betreuung zur Verfügung zu stellen. Während es in anderen Großstädten schon kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes Probleme gab, diesen Anspruch zu erfüllen, war die Lage in Chemnitz anfänglich entspannt. Dann stiegen die Geburtenzahlen in der Stadt - und die Kitas gerieten an ihre Kapazitätsgrenzen. Im Sommer 2017 warnte die Kinderbeauftragte der Stadt, der Rechtsanspruch sei auch in Chemnitz in Gefahr.

Die Stadt reagierte damals auf die zunehmende Anzahl an Kindern und startete eine Kitabau-Offensive. 13 Kitas mit insgesamt deutlich mehr als 1300 Plätzen sollten - oft in Zusammenarbeit mit freien Trägern - in den folgenden Jahren neu gebaut oder erweitert werden, Vorhaben mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund 50 Millionen Euro, von denen sich einige aus unterschiedlichen Gründen verzögerten.

Nun zeichnet sich aber ein Ende der Offensive ab. Zehn der neuen Einrichtungen sind bereits in Betrieb (siehe Karte). Weitere drei sollen in diesem und im nächsten Jahr folgen: die Kita an der Louis-Braille-Straße in Altendorf, die Kita an der Schloßstraße und die Kita Bernsdorfer Straße 120. Danach, das kündigte Sozialbürgermeister Ralph Burghart nun bei der Vorstellung des Kita-Bedarfsplans für 2021/22 an, wird es so schnell keine weiteren Neubauten geben. "Wir planen keine weiteren Kapazitäten."

Dafür lieferte er zwei Begründungen. Zum einen nannte Burghart die stagnierenden beziehungsweise zurückgehenden Geburtenzahlen. Kamen 2017 noch 2456 Babys, deren Eltern in Chemnitz wohnen, zur Welt, waren es 2020 nach vorläufigen Zahlen nur noch 2118, etwa so viele wie ein Jahr zuvor.

Zum anderen verwies der Bürgermeister auf die in der Kita-Offensive ausgebauten Kapazitäten. Nach Eröffnung aller neuen Einrichtungen stünden in Chemnitz 11.600 Krippen- und Kita-Plätze sowie in Horten 8400 Plätze zur Verfügung. In der Krippe (1 bis 3 Jahre) könne man 88 Prozent aller anspruchsberechtigten Kinder einen Platz anbieten, in Kita (3 bis unter 7) sowie Hort (7 bis unter 11) sogar über 98 Prozent. "Die Eltern haben die Chance, ihre Kinder wohn- und arbeitsortnah in die Kita zu bringen - und zwar zu dem Zeitpunkt, zu dem sie es gerne möchten", so Burghart im Stadtrat.

Tatsächlich wurden die vorhanden Kapazitäten zuletzt nicht ausgeschöpft. So waren vergangenes Jahr rund 500 Plätze nicht belegt, die meisten davon im Krippenbereich. Die Grünen fordern deswegen ein Konzept, wie die freien Plätze genutzt werden können. Sandra Zabel (Die Linke/Die Partei) äußerte die Hoffnung, dass nun beispielsweise zwischenzeitlich zweckentfremdete Räume wieder im ursprünglichen Sinn genutzt werden könnten und Öffnungszeiten an die Bedarfe der Eltern angepasst werden.

Mit weniger Kapazitäten als bislang rechnet die Verwaltung bei den Tagesvätern und -müttern. Zuletzt waren 100 Stellen vorgesehen. Weil aber derzeit nur 85 davon besetzt sind, wird mit dieser Zahl geplant.

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