Englischer Sagenheld steht Pate für neuen Spielplatz

Drei neugestaltete Anlagen für Kinder sind am Freitag eröffnet worden. In Hilbersdorf wurde dafür ein ganzer Park aufgemöbelt.

Hilbersdorf.

Johns Urteil fällt kurz und knapp aus: "Cool" findet er den neuen Spielplatz, der auf dem Scharnhorstplatz in Hilbersdorf entstanden ist. Besonders gefällt dem Zweitklässler aus der Ludwig-Richter-Grundschule der Tunnel, "weil da drin alles so schallt", wie er sagt. Seinen Klassenkameradinnen Marina und Vanessa machen außerdem die Rutsche und die Wackelbrücke Spaß. Die Mädchen und Jungen aus dem Hort "Ludwig Richter" des Christlichen Jugenddorfwerkes (CJD) Sachsen gehörten am Freitagnachmittag zu den ersten Kindern, die den Spielplatz nach seiner offiziellen Eröffnung nutzen durften.

Seit am Vortag die letzten neuen Bänke aufgestellt wurden, ist die komplette Neugestaltung der gesamten Parkanlage beendet, sagte Baubürgermeister Michael Stötzer. Begonnen hatten die Arbeiten im Mai vergangenen Jahres und waren bereits im Dezember größtenteils abgeschlossen. Insgesamt 450.000 Euro konnte die Stadt dafür ausgeben - dank Fördergeld aus dem Landesprogramm "Brücken in die Zukunft". "Sonst haben wir für solche Projekte meistens nur 100.000 bis 200.000 Euro zur Verfügung", sagte Stötzer.

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Für den neuen Spielplatz, der einen alten mit verschlissenen Geräten ersetzt, durften Mädchen und Jungen aus der nächstgelegenen Kindertagesstätte "Pfiffikus" an der Hilbersdorfer Straße ihre Wünsche zeichnen. Ein Chemnitzer Landschaftsarchitekturbüro plante auf dieser Grundlage eine Anlage unter dem Motto "Robin Hood" mit einer Kutsche, einer Kletterburg und einer Hängeschaukel aus massivem Eichenholz. "Das hält ewig", ist sich Landschaftsarchitekt Stefan Leiste sicher.

Doch nicht nur der Spielplatz ist neu. Der gesamte Park, der ein Gartendenkmal ist, wurde in Abstimmung mit den Denkmalbehörden und in Anlehnung an Robin Hood naturnah neu gestaltet. Denn der Sherwood Forest, in dem der legendäre Held der Sage nach die Reichen beraubt, heißt übersetzt Heller Wald. Doch der Scharnhorstplatz war bisher durch wuchernde Sträucher ziemlich dunkel und bot damit versteckte Sitzecken für Leute, die auf Eltern mit kleinen Kindern eher abstoßend wirkten. Jetzt ist der Park hell, lichtdurchlässig und gut überschaubar. Dabei blieben laut Stefan Leiste alle großen alten Bäume, die noch gesund waren, stehen. Nur die Sträucher wurden ausgelichtet. Insgesamt 1100 Quadratmeter Weg wurden mit gebrauchten Granitsteinen neu gepflastert - darunter ein neuer Weg zur Bushaltestelle an der Margaretenstraße. Der gesamte Park und die alte Eiche in seiner Mitte wurden mit Granitborden eingefasst. Es wirkt, als habe die Anlage mit dem sanierten, denkmalgeschützten Haus Gneisenaustraße 5 schon immer ein Ensemble gebildet.

Außer dem auf dem Scharnhorstplatz eröffnete Stötzer am Freitag noch zwei weitere Spielplätze: Am Falkeplatz im Zentrum wurden für insgesamt 183.000 Euro der Klettersteg saniert und neue Geräte aufgestellt. Im Talangerpark an der Albert-Schweitzer-Straße in Altendorf konnte die Stadt ebenfalls dank Fördergeld 315.000 Euro für eine neue Spielanlage mit Schaukeln, Wippen, Trampolinen, Badmintonfeld und Tischtennisplatte aufwenden.

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