Engpass bei Lichtenauer

Durch Konzentration sämtlicher Kapazitäten auf die Mineralwasser-Sparte ist es zu Lieferrückständen bei den Süßgetränken gekommen. Die Ursache liegt jedoch nicht nur beim Unternehmen.

Lichtenau.

Die anhaltende Hitze der zurückliegenden Wochen hat beim Getränkehersteller Lichtenauer für einen Produktionsmarathon gesorgt. Es sei zwar gelebte Praxis, dass im Sommer mehr Arbeit anfalle, eine Saison wie in diesem Jahr sei jedoch eine besonders hohe Herausforderung, teilte Geschäftsführer Paul K. Korn auf Anfrage der "Freien Presse" mit.

Die extrem gestiegene Nachfrage in den zurückliegenden Wochen habe das Maximum der Produktionsmöglichkeiten überschritten. Besonders Mineralwasser sei zur Zeit gefragt, weshalb nahezu sämtliche Abfüllkapazitäten und Anlagen auf diese Artikelgruppe konzentriert worden sind, erläutert Korn. Dadurch seien Lieferrückstände vor allem im Bereich der Süßgetränke entstanden.

Allerdings tragen auch andere Umstände zum Engpass bei. Das Unternehmen habe sich auf die Sommersaison vorbereitet - etwa durch einen Ausbau seiner Lagerbestände, sagt Korn. Laut dem Geschäftsführer kann das Lager des Unternehmens maximal 40.000 Getränke-Paletten fassen. Um die Ausfuhrmenge und Effizienz des Fuhrparks auf der Nachfrage entsprechend hohem Niveau halten zu können, seien die Partner des Unternehmens gebeten worden, ihre Abnahmemengen zu erhöhen. "Leider wird von diesem Angebot zu wenig Gebrauch gemacht", bedauert Korn. Deshalb produziere der Getränkehersteller ständig nach. Darüber hinaus werde das Unternehmen weitere Absatzspitzen mit Sonderschichten und Wochenendarbeit bis voraussichtlich Ende September abdecken, stellte Geschäftsführer Korn in Aussicht.

Der gestiegene Absatz in den letzten Wochen wirke sich auch positiv auf den Umsatz des Unternehmens aus. Allerdings sei abzusehen, dass Mehrkosten, vor allem durch Wochenendarbeit und Sonderschichten, den zusätzlichen Gewinn wieder schmälern werden, prognostiziert Korn.

Die erhöhte Absatzmenge führe indes auch zu einer höheren Ausschöpfung der Mineralquellen. Rechtlich gesehen setzt die Entnahmeregelung verbindliche Grenzen, wie viele Liter pro Tag abgefüllt werden dürfen. Einschränkungen sind beim Lichtenauer Getränkehersteller deshalb jedoch nicht zu erwarten: "Unsere Schüttungsvolumina lassen es zu, den Mehrbedarf ohne Beeinträchtigung der Umwelt oder unseres Umfeldes zu bewältigen", sagt Geschäftsführer Korn.

Beim Leergut verzeichnet das Unternehmen - anders als zuletzt von einigen Brauereien gemeldet - derzeit keinen Engpass. Verbraucher sind dennoch angehalten, Leergut zeitnah zurückzubringen.

Auch die Ileburger Sachsenquelle GmbH in Eilenburg (Landkreis Nordsachsen) verzeichnete im Verkauf zuletzt Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Das Plus lag nach Angaben aus dem Mutter-Unternehmen Franken-Brunnen zwischen zehn und 15 Prozent für Mineralwasser und rund 20 Prozent bei anderen alkoholfreien Getränken. Im Juli stieg der Absatz beim Mineralwasser noch einmal deutlich um 25 Prozent. "Das Wetter hilft uns", sagte Michael Bartholl, Vorsitzender der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Franken- Brunnen aus Neustadt an der Aisch. (mit dpa)

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