Erfenschlag: Spielplatz soll naturnah sein

Das Rathaus will keine solche Anlage bauen, Stadträte sind dafür. Ideen zur Gestaltung kommen aus dem Stadtteil.

Erfenschlag.

Wie das Freibadgelände in Erfenschlag künftig genutzt werden wird, ist noch unklar. Die Meinungen dazu gehen weit auseinander. Während die Stadtverwaltung das Areal renaturieren und das Schwimmbecken abreißen lassen will, fordern Stadträte den Bau eines Spielplatzes. In Erfenschlag gibt es keinen öffentlichen Spielplatz, die Spielplatzkonzeption der Stadt sieht eine solche Anlage jedoch für jeden Stadtteil vor. Zugleich ist man beim Bürgerverein für Erfenschlag noch optimistisch, dass es doch noch zur Sanierung des Freibades kommt. Die Finanzierung des Vorhabens von 1,7 Millionen Euro hatte der Stadtrat knapp abgelehnt. Doch CDU und FDP sind Gesprächen über eine Sanierung nicht abgeneigt, hatte Tino Fritzsche, Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktionsgemeinschaft, kürzlich erklärt.

Dennoch dürfte für die Stadträte derzeit der Bau eines Spielplatzes wichtiger sein. Das Badgelände sei dafür ein günstiger Platz, sagte Dietmar Berger (Die Linke). Er hatte wegen der hohen Kosten gegen die Finanzierung der Badsanierung gestimmt, sagte er. Doch seiner Fraktion sei auch klar gewesen, dass das Areal "natürlich für Freizeitzwecke, etwa für einen Bolz- oder Spielplatz" genutzt werden soll. Das sei auch mit dem Grünflächenamt so besprochen worden, so Berger. Für Spielplätze sei im Haushalt ausreichend Geld vorhanden, betonte er. Es sei wichtig, zunächst dort Spielplätze zu bauen, wo es noch keine gibt, "bevor Designerspielplätze entstehen", betonte Berger. Bernhard Herrmann von den Grünen sagt, dass die Einrichtung eines Spielplatzes das Mindeste sei, was man für Erfenschlag tun könne. "Wo sonst sollen sich die Einwohner treffen?", fragt er. Einen öffentlichen Platz oder ein Bürgerhaus gibt es im Stadtteil nicht. Die Verwaltung erklärt dazu, dass der gesamte Stadtraum einschließlich der Infrastruktur mit Gaststätten, dem Gymnasium Einsiedel und dem Uni-Campus der Erfenschlager Straße "Kontaktzone für die Einwohner im Stadtteil Erfenschlag" sei.

Torsten Kleditzsch

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Über den Hinweis der Verwaltung, die Erfenschlager Kindern den Spielplatz im Wohngebiet "Mühlberg" im benachbarten Stadtteil Reichenhain als Spielareal vorschlägt, kann Felix Kreißel vom Bürgerverein nur den Kopf schütteln. Der Spielplatz dort sei nicht nur viel zu klein, er sei zu Fuß auch schwer erreichbar, sagt er. Der Bürgerverein schlägt vor, auf dem Badareal Spielmöglichkeiten wie eine Matschstrecke zu schaffen, aber auch eine Grillecke für alle, so Kreißel. Annelie Horn vom Leitungsteam der Kita "Leonardo" der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in Erfenschlag, die sich nur wenige Gehminuten vom Freibad befindet, schlägt einfache Freizeit- und Spielmöglichkeiten vor. "Es braucht keine großen Geräte", so Horn. Sie schlägt vor, die Natur in die Gestaltung der Freizeitstätte einzubeziehen. "Das Gelände ist schön und schattig. Vielleicht kann man eine Dusche installieren, damit die Kinder im Sommer Erfrischung haben." Man könne alles nutzen, was das Gelände bietet. Auch Schaukel und Wippe könne sie sich vorstellen. Für die Eltern solle ein Picknickplatz entstehen. Als das Bad, das 2014 geschlossen wurde, noch geöffnet war, sei die Kita dort regelmäßig zu Besuch gewesen, so Horn.

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1Kommentare
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  • 0
    0
    Steuerzahler
    15.05.2019

    Spannende Sache, wer hier das Sagen hat. Ob sich die gewählten Räte gegen eine verselbständigte Verwaltung durchsetzen können? In Chemnitz schwer zu glauben!



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