Erste Container-Grundschule der Stadt schon wieder zu klein

Mit Inbetriebnahme der zweigeschossigen Anlage haben sich für Schüler in Altendorf die Bedingungen erheblich verbessert. Nun ist der Andrang so groß, dass es Absagen hagelt.

Altendorf.

Es gab Zeiten, da stand Schulunterricht in Containern im Ruf des so ziemlich Schlimmsten, was man Kindern auf Dauer zumuten kann. Doch ihr Negativ-Image haben die Klassenräume von der Stange mittlerweile weitgehend verloren, auch dank der Weiterentwicklung der verwendeten Module.

In Altendorf wird seit einigen Monaten mittlerweile ein kompletter Grundschulstandort mit Containern betrieben, und das durchaus zur Zufriedenheit von Schülern, Eltern und Lehrern. "Wunderbar, kein Vergleich zur Situation vorher", schildert die Mutter eines Erstklässlers. Im Inneren der vor einem Vierteljahr fertiggestellten Anlage sehe es weit besser aus als in manch anderem Schulhaus, das noch immer auf seine Sanierung warte, sagte sie gestern während eines nachträglichen Schulfestes zur Fertigstellung. Andere Eltern pflichten ihr bei. "Wir sind sehr zufrieden", heißt es immer wieder.

Das freilich mag auch zu tun haben mit dem jahrelangen Kampf ums Überleben der Grundschule. Denn nach Abschluss der Sanierung der alten Altendorfer Schule, einem zuletzt von Grund- und Oberschule gemeinsam genutzten Klinkerbau, hatte die Stadtverwaltung die Grundschule eigentlich dicht machen wollen. Doch Eltern protestierten, und schließlich lehnte auch der Stadtrat die Schließungspläne ab.

Trotzdem gab es für Erst- bis Viertklässler kein Zurück mehr in das Schulgebäude. Denn die Altendorfer Oberschule benötigte dort angesichts steigender Schülerzahlen auf Dauer mehr Platz. Also lernten die Grundschüler, wie schon während der Bauarbeiten, vorläufig weiterhin in ihrem Ausweichquartier, der Flemmingschule im Wohngebiet nebenan. Bis auch dort Bauleute das Zepter übernahmen, sodass ein neues Ausweichquartier hermusste. Nach einigem Hin und Her entschied man sich schließlich für die Container auf dem Hof der Altendorfer Schule.

Das Problem: Die Kapazität der zweigeschossigen Anlage reicht nur für eine Klasse pro Jahrgang. Mittlerweile aber gibt es in Altendorf wieder so viele Schulanfänger, dass gar nicht alle Schüler aufgenommen werden können, deren Eltern dies wünschen. "Wir hatten für das kommende Schuljahr mehr als 40Anmeldungen", sagt Schulleiterin Karin Emmerling. Doch der beschränkte Platz in der Containeranlage erlaube nur die Aufnahme einer 1. Klasse.

In den kommenden Jahren dürfte sich die Situation kaum bessern, fürchten Elternvertreter. Neu entstehende Wohngebiete ringsum ließen einen anhaltend höheren Bedarf an Grundschulklassen erwarten, heißt es. Die Kapazitätsprobleme, die es derzeit in den Kindertagesstätten gibt, werden über kurz oder lang die Grundschule erreichen.

"Da müssen wir dringend im Schulausschuss drüber sprechen", sagt Stadträtin Angela Müller (Linke). Sie machte sich gestern vor Ort ein Bild von der Anlage und zeigte sich beeindruckt. "Wirklich cool, das hätte ich nicht erwartet."

Im Rathaus hält man sich im Moment noch zurück mit Antworten auf die Frage, wie es mit der Grundschule weitergehen soll. "Für weiterführende Entscheidungen zu diesem Standort bedarf es der Ergebnisse aus der aktualisierten Teilschulnetzplanung", sagte eine Sprecherin. Ein Anbau an die Altendorfer Schule war zuletzt als zu teuer verworfen worden.

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1Kommentare
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    0
    fpgh
    22.05.2017

    Zitat: "Im Rathaus hält man sich im Moment noch zurück". Das kennen wir noch aus der Diskussion um die Schulschließung. Schon damals haben wir auf steigende Schülerzahlen hingewiesen. Herr Rochold hat unlängst entdeckt, dass mehr Kinder in dieser Stadt eine Oberschule brauchen. Ich hoffe, es dauert für die Grundschule Altendorf nicht zu lange, bis er entdeckt, dass dort auch ein Schulanbau (wie er schon mal erfolgreich existierte) benötigt wird. Kleiner Tipp: Einfach mal mit dem Bauausschuss sprechen, wo überall in der Nähe der Altendorfer GS Eigenheime, Wohnungen etc. geplant werden bzw. auch mit den Kindergärten der Umgebung wie im Artikel bereits erwähnt.



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