Erster Fachraum eröffnet neue Möglichkeiten für Grundschule

Bislang ging es in der Bräunsdorfer Bildungs- einrichtung beengt zu. Der Ausbau des Dachbodens bringt vor allem den Lehrern Erleichterung - im Wortsinn.

Bräunsdorf.

Wenn eine Schulklasse Musikunterricht hat, begeben sich die Mädchen und Jungen in den Musikraum. Denn dort gibt es ein Klavier und weitere Instrumente, die man zum Musizieren braucht. Diese Sätze beschreiben den Alltag in den allermeisten Schulen in Sachsen und auch in Limbach-Oberfrohna. In der Grundschule in Bräunsdorf sah das Prozedere bislang aber anders aus. In der evangelischen Bildungseinrichtung stand bislang kein einziger Fachraum zur Verfügung. Egal ob Musik, Kunst oder andere Fächer - stets mussten die Schüler im Klassenraum bleiben. Das mag für sie bequem gewesen sein; für die Lehrer war es das nicht. "Musikunterricht war immer mit Tragen verbunden", sagt Annekatrin Bratke, Geschäftsführerin der Grundschule. Die Lehrkräfte mussten Instrumente und andere Materialien von Klasse zu Klasse bringen. Selbst ein mobiles Klavier musste hin- und hergerollt werden. "Die Musiklehrer kannten das nicht anders", erklärt Bratke.

Doch die Schlepperei ist nun Geschichte. Vor einigen Tagen wurde ein neuer Raum im Schulgebäude mit einer Feierstunde eröffnet. Er befindet sich im zweiten Obergeschoss, direkt unter dem Dach. Dort können die Lehrer nicht nur auf eine Tafel zurückgreifen, sondern auch auf Musikinstrumente und andere Unterrichtsmaterialien. Die Tische der Schüler lassen sich zusammenklappen, sodass der Raum für verschiedene Zwecke verwendet werden kann. Laut Bratke wird im Raum Musik, Kunst, Religion und Sachkunde unterrichtet. Auch Ganztagesangebote wie Töpfern, Filzen und Floristik finden dort statt. "Das ist eine große Erleichterung für uns", stellt die Geschäftsführerin fest. Alle Klassen nutzen den neuen Raum. Laut Bratke sind die Schüler begeistert, weil sie bislang einen Tapetenwechsel während eines Schultages nicht kannten.


Die Einrichtung des Fachraums hat eine lange Vorgeschichte. Bereits vor zehn Jahren gab es die Überlegung, das Dachgeschoss wie zu DDR-Zeiten wieder für den Unterricht zu nutzen. Doch dazu mussten mehrere Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Das Dach war marode, die Räumlichkeiten darunter zu dunkel. Das änderte sich Ende vergangenen Jahres, als die Limbacher Stadtverwaltung als Eigentümer des Schulgebäudes für knapp 140.000 Euro die Nordseite neu decken ließ. Bei dieser Gelegenheit wurden auch eine Gaube und vier Fenster eingebaut. Den Rest organisierte der Trägerverein der Grundschule: Der Dachboden wurde komplett entkernt, Wände in einer ehemaligen Hausmeisterwohnung herausgerissen. Es folgten Dämmungsarbeiten und Trockenbau. Der Fußboden wurde in einem besonders schnellen Verfahren verlegt, Stromleitungen durch die Wände gezogen. Etwa 100.000 Euro investierte die Grundschule in das Projekt. "Wir haben dafür jahrelang gespart und Spenden gesammelt", berichtet Bratke.

Während der Trägerverein seine finanziellen Möglichkeiten damit vorerst ausgeschöpft hat, will die Stadtverwaltung die Sanierung der Schule noch in diesem Jahr fortsetzen. In den Sommerferien soll auch die südliche Seite des Daches erneuert werden. Als nächster Schritt wird der Brandschutz auf den aktuellen Stand gebracht. Dies betrifft zunächst die Schule und den Hort. Parallel wird der Stromanschluss erneuert. Nach Angaben von Annekatrin Bratke funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Rathaus gut. Sie hofft, dass künftig ein weiterer Wunsch der Schulführung realisiert werden kann: der Abriss eines nicht mehr genutzten Schornsteins samt Abzugsrohr. Bratke: "Er nimmt unnötig Platz weg."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...