Ex-Freundin vergewaltigt: 26-Jähriger muss in Haft

Dafür, dass er eine 24-Jährige 20 Stunden lang in seiner Gewalt hatte und sich mit Waffengewalt an ihr verging, ist ein junger Mann jetzt verurteilt worden. Sein Verteidiger beschreibt ihn als verstörend.

Die Beziehung hatte rund ein halbes Jahr gedauert. Mitte Januar 2019 trennte sich die 24-Jährige von ihrem zwei Jahre älteren Freund. Doch noch in derselben Nacht - am 17. Januar, gegen 3 Uhr - drang der gebürtige Chemnitzer gewaltsam in ihre Wohnung ein, kam in ihr Schlafzimmer, setzte sich unvermittelt, ohne Ansprache auf sie und schlug ihr mit Fäusten ins Gesicht. In der Folge behielt er die junge Frau rund 20 Stunden lang in seiner Gewalt, zwang sie in ihr Auto, fuhr mit ihr durch mehrere Bundesländer, sperrte sie während des Tankens in den Kofferraum und vergewaltigte sie schließlich im Auto, nachdem er ihr mit einem Messer gedroht hatte. Am späten Abend des 17. Januar stellte er sich schließlich der Polizei.

Vor Gericht legte der 26-Jährige ein umfassendes Geständnis ab, wodurch dem Opfer eine Aussage vor Gericht erspart wurde. Die Richterin des Chemnitzer Landgerichts sagte am Dienstagmorgen, es sei das Schlimmste für ein Opfer, sich im Sitzungssaal rechtfertigen zu müssen. Sie und die Staatsanwältin werteten das Geständnis als positiv für den Täter. Man könne ihm glauben, dass er die Tat bereut, sagte die Staatsanwältin. Auch dass er sich verpflichtet habe, 10.000 Euro Schmerzensgeld an seine Ex-Freundin zu zahlen, sei positiv. Sein Verteidiger erklärte, sein Mandant erscheine ihm als verstörend, denn er sei "so normal wie Sie und ich" und habe dennoch eine schwere Straftat begangen.


Der Vertreter des Opfers, das als Nebenkläger auftrat, sagte, egal, welche Strafe der Mann erhalte, sie stehe in keinem Verhältnis zu dem, was seine Mandantin erlebt habe und immer noch erlebe. Denn sie befinde sich noch für mindestens 50 Sitzungen in psychologischer Behandlung. Eine Psychotherapeutin hatte vor Gericht gesagt, die junge Frau leide unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Das Opfer habe einen Albtraum erlebt, die Tat sei hochgradig traumatisierend, sagte die Staatsanwältin.

Schließlich verurteilte das Gericht den 26-Jährigen wegen Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 16
    3
    BertaH
    16.07.2019

    Ich finde dieses Urteil für die Tat weder angemessen, noch nachvollziehbar. Seelisch wird diese Frau ihr Leben lang leiden. Das Strafmaß für derartige Delikte muss dringend nach oben korrigiert werden!

  • 20
    10
    Blackadder
    16.07.2019

    Warum finde ich in dem Artikel kein Wort zur aktiven Beteiligung der Mannes bei "Einsiedel wehrt sich" und ProChemnitz? Hier war das noch ein Thema:

    https://www.freiepresse.de/chemnitz/mutmasslicher-vergewaltiger-war-gerade-erst-verurteilt-artikel10425648

    Und jetzt ist es plötzlich verschwunden? Ich denke, es ist schon relevant, wie diejenigen, die immer davon reden "unsere Frauen" zu schützen, im wahren Leben mit Frauen umgehen.



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