Fachtagung zu kaum bekannter Krankheit

Don-Bosco-Jugendwerk in Burgstädt erwartet rund 140 Experten

Burgstädt.

Etwa 140 Experten aus ganz Sachsen werden zu einer Fachtagung am 3. April im Don-Bosco-Jugendwerk in Burgstädt erwartet. Thema ist die Fetale Alkoholspektrumsstörung - kurz FASD -, die in der Bevölkerung kaum bekannt ist, erklärt Schirmherrin und Sozialministerin Barbara Klepsch. Die Störung wird als Oberbegriff für die Schädigungen von Menschen verwendet, die durch Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft entstehen.

In Deutschland werden nach Expertenschätzungen etwa 4000 Kinder mit FASD geboren. Dunkelziffern gehen von bis zu 13.000 geschädigten Babys jährlich aus. In der überregionalen Don-Bosco-Einrichtung der beruflichen und gesellschaftlichen Rehabilitation in Burgstädt befinden sich Schüler mit diesem Krankheitsbild in berufsvorbereitenden Maßnahmen und in der Ausbildung, so Ausbildungsleiterin Syndi Winter-Stein.


Bei der Tagung soll über die Krankheit informiert, über präventive Maßnahmen und Wege zur Diagnostik gesprochen werden, erläutert sie. Außerdem soll über die lebenslange Begleitung Betroffener informiert werden. Damit könne das Helfersystem besser vernetzt werden, so Winter-Stein. Neben Fachvorträgen gibt es Workshops für die Teilnehmer.

Symptome von FASD sind unter anderem Wachstumsstörungen, Gesichtsanomalien, Beeinträchtigungen des zentralen Nervensystems bis hin zu körperlichen und organischen Fehlbildungen, welche die Betroffenen ein Leben lang begleiten. Die gravierendsten Auswirkungen zeigten sich in den meisten Fällen durch Verhaltensauffälligkeiten besonders im Kindes- und Jugendalter, während erwachsene Betroffene vor allem unter ihrer fehlenden Alltagskompetenz leiden.

Das Don-Bosco-Jugendwerk lädt alle zwei Jahre zu einer Fachtagung ein. Dabei würden aktuelle Themen aufgegriffen, die in der Einrichtung präsent sind, sagt Winter-Stein. FASD sei eine Erkrankung, die zu 100 Prozent vermeidbar sei. In Workshops mit Vertretern aus Beratungsstellen und Jugendämtern sowie mit Pflegeeltern, Schulsozialarbeitern und Therapeuten sollen dann Konzepte entwickelt werden.

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