Fall Daniel H.: Internationale Fahndung nach Iraker

Dritter Tatverdächtiger im Fall des getöteten Chemnitzers gesucht

Die Polizei fahndet nach Farhad Ramazan Ahmad. Das Foto stammt aus dem Jahr 2016.

Gut zwei Wochen nach dem Tod eines Deutschen in Chemnitz durch Messerstiche wird nach dem dritten Tatverdächtigen auch außerhalb von Deutschland gesucht. Es werde international gefahndet, teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz mit. "Natürlich kann man nicht ausschließen, dass sich der Beschuldigte nicht mehr in Deutschland aufhält", sagte eine Sprecherin der Behörde. Die bisherigen Hinweise hätten noch keine Rückschlüsse auf einen bestimmten Aufenthaltsort ergeben.

Seit vergangenem Dienstag wird nach dem Iraker Farhad Ramazan Ahmad gesucht. Er wird verdächtigt, gemeinsam mit zwei weiteren Asylbewerbern am 26. August einen 35-jährigen Mann in Chemnitz auf offener Straße erstochen zu haben, zwei weitere Personen wurden verletzt. Polizei und Staatsanwaltschaft warnten davor, dass der 22-Jährige bewaffnet sein könnte.

Die anderen beiden Tatverdächtigen, die vermutlich aus dem Irak und aus Syrien stammen, sitzen in Untersuchungshaft. Beide haben laut Staatsanwaltschaft Aussagen zu den Tatvorwürfen gemacht. Über den Inhalt gab sie keine Auskunft.

Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen noch immer die Hintergründe der tödlichen Messerattacke. Aktuell schließen sie aus, dass ein Raubdelikt Auslöser für die Tat gewesen sein könnte. Generalstaatsanwalt Hans Strobl sagte in Dresden auf Nachfrage: "Die genauen Hintergründe werden immer noch ermittelt. Dazu kann ich nichts sagen." Bereits zuvor hatten die Ermittler Gerüchte dementiert, die sich im Internet verbreitet hatten: Der Tat sei keine sexuelle Belästigung einer Frau vorausgegangen, die das spätere Opfer habe schützen wollen, stellten sie klar.

Laut Generalstaatsanwalt wurden inzwischen auch die beiden Verletzten des Messerangriffs vernommen. Auch die beiden Ehefrauen hätten ausgesagt, hieß es. (dpa/kok)

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