Fehler verhinderte Abschiebung mutmaßlichen Messerstechers

Chemnitz (dpa) - Die 2016 noch mögliche Abschiebung des mutmaßlichen Messerstechers von Chemnitz ist nach einem Bericht der «Bild am Sonntag» aufgrund eines Aktenfehlers unterblieben. So habe die Ausländerbehörde in Chemnitz zwar im Mai 2016 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) einen Brief mit einer Abschiebefrist bis November erhalten, bestätigte ein Behördensprecher der Zeitung. Diese Frist sei aber «nicht in die Akte übertragen» worden. Man sei deshalb davon ausgegangen, nur bis August Zeit zu haben. Und weil die Zeit für eine Abschiebung als zu kurz erschien, habe man alle Abschiebevorbereitungen am 21. Juli 2016 eingestellt, wurde der Sprecher zitiert. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte zuletzt das Bamf für die erfolglose Abschiebung verantwortlich gemacht.

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7Kommentare
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  • 6
    0
    cn3boj00
    10.09.2018

    Die Chemnitzer Ausländerbehörde untersteht Herrn Runkel. Das BAMF untersteht Herrn Seehofer. Niemand scheint in der Lage zu sein, geltendes Recht auch umzusetzen. Passieren wird beiden nichts. Am Ende ist es irgendein kleiner Büroangestellter gewesen. Die politische Verantwortung existiert in Deutschland schon lange nicht mehr.

  • 4
    2
    Zeitungss
    10.09.2018

    @Hinterfragt: Wenn überhaupt, dann wird allenfalls BEURLAUBT.

  • 3
    4
    Hinterfragt
    10.09.2018

    Hat hier schon jemand die Eignung der Beteiligten geprüft, wurden schon Rücktritte gefordert????

  • 1
    4
    aussaugerges
    10.09.2018

    Auch in Köthen sollte ein Afgahne schon längst abgeschoben werden,laut MDR.
    Lag aber nur anden Akten.

  • 15
    4
    HHCL
    09.09.2018

    Das Problem zeigt sich ja schon an der Wortwahl "Aktenfehler". Genau so arbeitet man da auch. Man bearbeitet Akten. das da Menschen dahinter stehen, ist den Damen und Herren offensichtlich gar nicht mehr bewusst; entsprechend wird auch gearbeitet. (Ausnahmen bestätigen die Regel.) Der "Aktenfehler" ist zumindest mit Schuld am Tod eines Menschen und müssten auch entsprechend behandelt werden. Man wird es aber als "Aktenfehler" behandeln und, wenn überhaupt, ahnden. Vielleicht darf der oder die Verantwortliche eine Woche die Kaffeemaschine nicht benutzen. (Finden Sie das zynisch? Ich finde es zynisch solche eklatante Fehlleistungen in Ämtern und Behörden als "Aktenfehler" sprachlich weichzuspülen.)

  • 12
    2
    Zeitungss
    09.09.2018

    @ArndtBremen: K E I N E !

  • 10
    3
    ArndtBremen
    09.09.2018

    Welche Konsequenzen wurden daraus gezogen?



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