Feinstaub: Rathaus will nichts unternehmen

Trotz Jahreshöchstwert am Neujahrstag wird kein Handlungsbedarf gesehen

Die vom Silvesterfeuerwerk verursachten hohen Feinstaubwerte sind für die Stadtverwaltung kein Grund zur Sorge. "Aus Sicht des Immissionsschutzes ergibt sich daraus kein Handlungsbedarf", teilte die Pressestelle des Rathauses dazu am gestrigen Freitag auf Anfrage der "Freien Presse" mit. Denn schon seit Jahren würden so hohe Feinstaubkonzentrationen, die jeweils von der Messstation an der Leipziger Straße ermittelt wurden, jeweils nur am Neujahrstag registriert. Im Jahresdurchschnitt lägen die Werte auch an diesem Standort deutlich niedriger, hieß es zur Begründung.

Am 1. Januar war an der Leipziger Straße ein Tagesmittel von 81 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft ermittelt worden. Das war einer der höchsten Werte im gesamten, 29 Stationen umfassenden Messnetz des Freistaates. Übertroffen wurde er nach Angaben des sächsischen Umweltministeriums nur an drei Messanlagen in Leipzig. In Dresden lagen die Werte darunter. Aus den Vorjahren war in der Online-Übersicht des Ministeriums für die Leipziger Straße in Chemnitz zuletzt nur der Feinstaubwert für den Neujahrstag 2018 - ein Tagesmittel von 62 Mikrogramm je Kubikmeter Luft - ausgewiesen. Auch der Stadtverwaltung lägen für Anfang 2019, 2017 und 2016 keine Daten vor, hieß es von dort. Augenzeugen führen die besonders hohen Feinstaubwerte an der Leipziger Straße darauf zurück, dass dort gezielt in der Umgebung der Messstation geböllert werde. An der zweiten Messstation in Chemnitz, auf einem Grundstück an der Hans-Link-Straße in Hilbersdorf, werden gar keine Feinstaubwerte ermittelt.

Der Grenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor zu hoher Feinstaubkonzentration in der Luft ist in der Bundesimmissionsschutzverordnung seit 2015 auf 50 Mikrogramm je Kubikmeter im Tagesmittel festgelegt. Er darf an maximal 35 Tagen im Kalenderjahr überschritten werden, ohne dass Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen. An der Leipziger Straße wurden im gesamten Jahr 2019 drei Überschreitungen registriert. Der Jahresdurchschnittswert dort betrug laut Stadtverwaltung 17 Mikrogramm je Kubikmeter. Gesetzlich erlaubt sind 40 Mikrogramm.

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