Fenster undicht, Parkett kaputt - Auerswalder Turnhalle ist marode

Die Sportstätte in Lichtenau weist schwerwiegende Mängel auf, hält ein Gutachten fest. In naher Zukunft zeichnet sich aber keine Verbesserung der Situation ab.

Lichtenau.

Sandy Köppelmann und ihre jungen Sportler und Sportlerinnen vom SV Wacker Auerswalde trainieren regelmäßig in der Turnhalle an der Rathaussstraße. Die Trainerin kennt die Sportstätte deswegen genau - und weiß um ihre Mängel. "Da gibt es kurzfristig ganz großen Handlungsbedarf", sagte sie diese Woche im Gemeinderat in Richtung von Lichtenaus Bürgermeister Andreas Graf. Unter anderem würden an verschiedenen Stellen Fliesen ausbrechen. Zudem sei das Parkett in schlechtem Zustand, berichtet Köppelmann.

Den schlechten Zustand der Sportstätte hat nun auch ein Gutachter bestätigt. Die Gemeindeverwaltung hatte beim Beratungsunternehmen Saxonia aus Freiberg ein Sportstättenkonzept in Auftrag gegeben. Die Kosten dafür nannte die Verwaltung nicht. Das Konzept sei Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln für Bauvorhaben, erklärte die Verwaltung.

Gutachter Markus Lehmann hatte für die Studie den Ist-Zustand und den Bedarf an Sportstätten auf dem Gebiet der Gemeinde untersucht. Anschließend nahmen er und ein Mitarbeiter die bestehenden Anlagen und hier besonders die Turnhallen genauer unter die Lupe, sprachen dafür auch mit Vereinsvertretern. Während die Hallen in Oberlichtenau und Ottendorf als gut bewertet wurden und die in Niederlichtenau als noch ausreichend eingeschätzt wurde, fiel das Urteil für die Halle in Auerswalde schlecht aus. Das 1976 errichtete Gebäude sei zum einen zu klein und weise zum anderen schwerwiegende Mängel auf, so Lehmann.

Gegenüber "Freie Presse" nannte er einige Schwachpunkte. So seien Fußböden, Wand- und Deckenverkleidungen sowie Tür- und Fensterkonstruktionen "teilweise in einem maroden Zustand", hält der Gutachter fest. Viele Fenster seien undicht, in den Duschen habe sich Schimmel gebildet. Das Parkett sei verschlissen, Teile der Wandverkleidung würden herausbrechen. Gefahren berge auch die Enge in der Halle. Um das Spielfeld gebe es keine Sicherheitszone. "Die Anordnung der Kletterstangen unmittelbar am Spielfeldrand birgt ein erhöhtes Verletzungsrisiko", so Lehmann.

Aufgrund dieses Zustands geht der Gutachter davon aus, dass die Halle spätestens 2025 nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Da aber auch dann noch vier Sporthallen im Ort gebraucht würden, drohe der Gemeinde in diesem Punkt eine Unterversorgung. Kurzfristig empfiehlt Lehmann der Verwaltung die Beseitigung der Mängel. Mittelfristig sollte über einen Neubau nachgedacht werden, heißt es in dem Konzept.

Gemeinderat Denny Haunstein, der auch Vorstandsvorsitzender des Sportvereins Wacker Auerswalde ist, lobte die Analyse. Sie stelle den Ist-Zustand zutreffend dar. "Wir sind auf die Halle angewiesen und müssen dringend handeln." Bürgermeister Andreas Graf sagte dazu: "Wir tun nur das Notwendigste." Konkret heißt das, dass die Halle regelmäßig kontrolliert und Mängel behoben werden, erklärte Grafs Referent Martin Lohse. Mehr passiert auch deswegen nicht, weil die Gemeinde eine umfassendere Lösung anstrebt. Im Raum stehen die Optionen Neubau und grundhafte Sanierung der Sportstätte, erläuterte die Verwaltung. Die Entscheidung darüber müsse aber der Gemeinderat treffen.

Über einen Neubau hatte die Gemeinde bereits vor vier Jahren debattiert. Damals wurde ein Architektur-Wettbewerb ins Leben gerufen. Der mit 9000 Euro prämierte Siegerentwurf eines Kölner Büros wurde allerdings nie umgesetzt. Er sei "nicht zweckmäßig und zu teuer" gewesen, so Bürgermeister Graf. Mittlerweile könne man auf Grundlage dieses Konzeptes auch keine Fördermittel mehr beantragen.


Ausreichend Spielfelder - zu wenig Hallenfläche

Das Sportstättenkonzept gliedert sich in drei Teile: eine Analyse des Bedarfs, einer Erfassung und Bewertung der derzeitigen Sportstätten und Handlungsempfehlungen. Erstellt hat das Konzept die Firma Saxonia Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft aus Freiberg.

Bei der Ermittlung des Bedarfs wurden Nutzer-, Vereins- und Schülerzahlen sowie eine Bevölkerungsprognose zurate gezogen. Gerechnet wurde mit einem Rückgang der Einwohnerzahl bis 2030 um zehn Prozent und einer um elf Prozent steigenden Schülerzahl in diesem Zeitraum. Der Bedarf an Sportanlagen nimmt demnach nur geringfügig ab.

Im Moment ist die Gemeinde ausreichend aufgestellt was Spielfelder, Leichtathletikanlagen, Freibad und Kegelanlagen betrifft. Ein Defizit gibt es schon jetzt bei Turnhallen. Die Gesamtfläche der vier Hallen ist gemessen an der Nutzeranzahl zu klein, hält das Gutachten fest. Fiele eine der Turnhallen wie prognostiziert weg, steige das Defizit weiter. (lumm)

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