Feuer richtet Millionenschaden an

Ein Großbohrgerät ging am Montagvormittag in Flammen auf. Der Führer der Maschine wollte noch selbst löschen, hatte aber keine Chance.

Seit 1994 arbeitet Markus Krichenbauer als Maschinenführer auf Baustellen in ganz Deutschland. Wie er sagt, habe er dabei schon manchmal erlebt, dass an Baggern oder Großbohrern ein Schlauch platzt und es zu kleineren Bränden kommt. "So ein großes Feuer wie heute habe ich aber auch noch nicht erlebt", sagte Krichenbauer, als er am Montagmorgen neben der Baustelle am Chemnitzer Johannisplatz stand und auf die Flammen schaute, die aus dem Großbohrgerät schlugen.

Der Energieversorger Eins baut dort gerade einen neuen Firmensitz, erst am Freitag war Grundsteinlegung für das Millionenprojekt. Krichenbauer war am Montag dabei, Betonpfähle für die Baugruben- sicherung zu setzen, als er gegen 9.45 Uhr bemerkte, dass ein Hydraulikschlauch geplatzt war. "Das Öl aus dem Schlauch spritzt dann herum und entzündet sich schnell am heißen Motor", erklärte Krichenbauer. "Ich habe noch versucht, das Feuer selbst zu löschen, aber das hat nicht mehr funktioniert." Auch Batterien im Fahrzeug explodierten durch das Feuer, dabei erlitt ein Bauarbeiter, der direkt neben dem Großbohrer stand, ein Knalltrauma. Er musste im Krankenhaus untersucht werden, konnte es aber am Nachmittag wieder verlassen.


Mit 30 Einsatzkräften aus zwei Löschzügen war die Chemnitzer Feuerwehr im Einsatz, 10.30 Uhr war der Brand gelöscht. Bis dahin kam es auf der Bahnhofstraße zu Behinderungen für den Bus- und Bahnverkehr. "Es kommt ab und zu mal vor, dass wir zu brennenden Baumaschinen ausrücken müssen", sagte Einsatzleiter Ronald Günther. "Heute hat es durch die Lage der Baustelle und die Größe des Geräts viel Aufmerksamkeit erregt." Da der Großbohrer mit Diesel betrieben wird, habe keine Gefahr weiterer Explosionen bestanden. Am Nachmittag mussten auslaufende Betriebsstoffe aus der Baugrube gepumpt werden.

Während die Polizei den entstandenen Schaden auf etwa eine Million Euro beziffert, wollten sich weder die ausführende Baufirma noch der Verleiher des Großbohrers zum Brand und dem entstandenen Schaden äußern. Die Bauarbeiten neben der Unglücksstelle liefen schon am Montagvormittag weiter.

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