Firmen beklagen falsche Vorstellung von Berufsbildern

Die Auftragsbücher vieler Garten- und Landschaftsbaubetriebe sind gefüllt. Doch für die Arbeit gibt es kaum noch das nötige Fachpersonal.

Waldenburg.

"Pflanz' dich zu uns - Gärtner mit Leidenschaft gesucht". Mit diesem Satz auf einem Schild wirbt der Garten- und Landschaftsbaubetrieb der Familie Eichler in der Bahnhofstraße in Waldenburg um fachkundiges Personal für die Verstärkung der eigenen Reihen.

"Wir sind ein stabiles Unternehmen, das seit 24Jahren individuelle Gärten baut. Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt. Leider stehen wir vor dem Problem, dass es zu wenig qualifizierte Fachkräfte gibt, die die nötigen Erfahrungen in Sachen Pflanzenkunde und Landschaftsgestaltung mitbringen", sagt Birgit Eichler, die im Familienbetrieb für die Kundenberatung zuständig ist.

Einen Grund sieht ihr Sohn, Alexander Eichler, Techniker für Garten- und Landschaftsbau, in der falschen Wahrnehmung in der Bevölkerung: "In den 1990er-Jahren und bis in die Jahrtausendwende hinein war der Beruf als Gärtner nicht sonderlich beliebt. Den ganzen Tag Rasen mähen oder Hecke schneiden: so die allgemeine Vorstellung vom Beruf. Doch der Landschaftsgärtner, auch Garten- und Landschaftsbauer genannt, leistet viel mehr." Im Gegensatz zu ungelernten Arbeitern suche der Waldenburger Betrieb Fachkräfte, die komplexe und vielseitige Tätigkeiten übernehmen können, so Alexander Eichler. Sein Vater Bernhard fügt hinzu: "Mathematisches Verständnis und dreidimensionales Denken sind in der Branche unabdingbar." Im Gegensatz zur Suche nach Fachkräften habe der Betrieb keine Nachwuchsprobleme: "Viele junge Leute begeistern sich wieder für die handwerkliche und kreative Arbeit als Garten- und Landschaftsbauer", sagt Birgit Eichler. So auch Robin Sauer. Der junge Westsachse absolviert sein erstes Ausbildungsjahr in dem Betrieb und ist von der Arbeit begeistert. "Die abwechslungsreiche Arbeit in der Natur macht mir Spaß, und nach jeder Baustelle sieht man, was man geschafft hat."

Horst Bergmann, Geschäftsführer des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Sachsen, kann die Sorgen der Kollegen verstehen. "Bei guter Auftragslage fehlen uns seit einigen Jahren beispielsweise Meister oder Techniker flächendeckend als Fachleute."

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