Flucht nach Verfolgungsjagd über den Sonnenberg

Wegen eines verdächtigen Kennzeichens wollten Beamte den Fahrer kontrollieren. Doch der drückte aufs Gas.

Sonnenberg/Yorckgebiet.

Es war offenbar nur eine Frage der Zeit, bis dieses Nummernschild Verdacht erregen würde: Mit der doppelt auffälligen Kombination "DD-Q 1312" war ein grauer Audi A6 am Freitagvormittag einer Streife der Polizei auf der Fürstenstraße aufgefallen. Was den Beamten spanisch vorkam, war nicht nur die Zahlenfolge - ein Code, der entsprechend der Platzierung im Alphabet für "ACAB" steht, die Abkürzung einer aus dem Englischen stammenden Formel zur Verächtlichmachung von Polizeibeamten. Sie ist hierzulande unter Neonazis, Hooligans und Autonomen gleichermaßen verbreitet und soll manchen schon wegen Beleidigung vor Gericht gebracht haben. In Zusammenhang mit der Buchstabenkombination DD-Q lag der Verdacht einer Totalfälschung nahe, denn diese ist in Sachsen eigentlich Behördenfahrzeugen vorbehalten - in erster Linie ausgerechnet solchen der Polizei.

Doch als die Beamten den Fahrer zur Rede stellen wollten, drückte der aufs Gas und raste in Richtung Yorckgebiet davon. Laut einem Polizeisprecher rammte er dabei zunächst das Polizeiauto, überfuhr rücksichtslos Fußwege und Parkplätze. Die Polizeibeamten nahmen die Verfolgung auf, verloren den Audi letztlich aber aus den Augen. "Sie mussten aufpassen, nicht selbst noch andere Menschen zu gefährden", schildert der Sprecher. Um jene Zeit - gegen Mittag - seien viele Leute unterwegs gewesen, nicht zuletzt Schulkinder.

Wenig später wurde der Audi dann verlassen am Rande des Zeisigwaldes gefunden, unweit des Bethanienkrankenhauses. Vom Fahrer fehlte jede Spur, auch eine Suche mit Fährtenhunden und einem Polizeihubschrauber blieb ohne Erfolg. Das Fluchtfahrzeug wurde sichergestellt und soll nun kriminaltechnisch untersucht werden.

Zudem hofft die Polizei auf Zeugen, die Angaben zur Identität des Fahrers machen können. Auch Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer, die durch die Fahrweise des Audi gefährdet wurden, sollten sich melden, heißt es.

Hinweise nimmt das Polizeirevier Chemnitz-Nordost unter Telefon 0371 387102 entgegen.

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