Fördergeld für Gedenkstätte zugesagt

Zwei Millionen Euro fließen in die neue Dauerausstellung im ehemaligen Kaßberg-Gefängnis. Das Geld stammt aus einem besonderen Fördertopf.

Kaßberg.

Für die Errichtung einer Gedenkstätte in der ehemaligen Haftanstalt auf dem Kaßberg erhält der Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis zwei Millionen Euro. Das sächsische Kabinett beschloss am Dienstag die Unterstützung für den Chemnitzer Verein.

Die Zusage sei ein Meilenstein auf dem langen Weg zu einer Gedenkstätte, sagte Vereinsvorsitzender Jürgen Renz. Damit werde es möglich, die Kosten für den Bau sowie die Aufwendungen für das Personal, das in der Gedenkstätte tätig sein soll, zu planen. Das Geld soll laut Renz in den Umbau von Block B der ehemaligen Haftanstalt fließen, den Freikauftrakt. Zu DDR-Zeiten wurden rund 33.000 politische Häftlinge von der Bundesrepublik freigekauft. Bevor sie in die BRD gebracht wurden, fasste die DDR sie im Gefängnis auf dem Kaßberg zusammen. Block B spiele deshalb eine zentrale Rolle bei der Entstehung eines geeigneten Ortes der Erinnerung und soll zu einer Dauerausstellung umgebaut werden. Das soll so authentisch wie möglich erfolgen, um die Geschichte des Gefängnisses von der Nazizeit über die der sowjetischen Besatzungszone bis zur DDR-Untersuchungshaftanstalt der Stasi darzustellen. Das Konzept für die Gedenkstätte sowie für deren Betrieb will der Verein voraussichtlich im Oktober präsentieren, kündigte Renz an. Eine Berliner Agentur erarbeite die Konzeption.

Die Fördermittel stammen aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR (PMO-Vermögen). Die ostdeutschen Länder und Berlin erhalten daraus dieses Jahr 199 Millionen Euro, davon bekommt das Land Sachsen 62 Millionen Euro, so ein Sprecher des sächsischen Finanzministeriums. Das Geld muss innerhalb von vier Jahren verwendet werden. Mittel in dieser Höhe aus diesem besonderen Fördertopf für die Gedenkstätte einsetzen zu können, "ist ein wichtiges Signal an die Opfer der Repressionsgeschichte auf dem Kaßberg. Die Verwendung der PMO-Mittel findet so statt, wie es sein sollte", betonte Renz. Die Gedenkstätte soll künftig noch mehr als Ort politischer Bildung in das Bewusstsein gerückt werden. "Schon jetzt besuchen uns viele Schulklassen. Diese Möglichkeit wollen wir kontinuierlich anbieten", so der Vereinsvorsitzende. Zudem kündigte er an, dass sich der Verein in die Chemnitzer Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 einbringen will. Dabei soll vor allem die Entwicklung zum Gedenkort thematisiert werden. "Für die Erinnerungskultur der Stadt spielt die Haftanstalt eine wichtige Rolle. Das Thema strahlt überregional aus", so Renz. 2025 werde die Gedenkstätte fertig sein, fügte er hinzu.

Mittel aus dem PMO-Vermögen fließen auch in das ehemalige Eisenbahnviadukt Rabenstein, das Staatliche Museum für Archäologie und die Sanierung von Schlosskirche, Kirche St. Petri und Stiftskirche, so das Finanzministerium.

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2Kommentare
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  • 0
    3
    Blackadder
    17.08.2018

    Nein, an DDR Unrecht Gedenken wird hier im Forum nicht so gerne gesehen, was?

  • 1
    2
    aussaugerges
    17.08.2018

    Bitte nicht.



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