Förster lässt gesunde Bäume in Mühlau abholzen

Stattliche Eichen sind nahe der Autobahn 72 in Mühlau gefällt worden. Das hat in der Gemeinde für Irritationen gesorgt.

Mühlau.

Gemeinderat Volkar Bretschneider spart nicht mit Kritik: "Der Forst hat Bäume in Größenordnungen abgesägt." Das sei der reinste Kahlschlag gewesen. Übrig blieben Baumstümpfe etwa einen halben Meter über dem Erdboden. Aufklärung fordert er von der Gemeinde, die den Holzeinschlag veranlasst hat. Auch verstehe er nicht, warum alte und kranke Bäume nicht auch aus dem Wald entfernt werden.

Bürgermeister Frank Petermann lässt die Vorgehensweise durch Förster Wolfram Schmidt erklären, der im Auftrag der Gemeindeverwaltung eine Fläche von 5,6 Hektar in Mühlau betreut. "Vor 17 Jahren sind dort Eichen Ahorn, Linden und Fichten zur Waldpflege angepflanzt worden", erläutert Schmidt. Diese Erstaufforstung sei vom Freistaat mit Fördermitteln unterstützt worden, denn Mühlau ist nicht stark bewaldet. Die Jungpflanzen hätten sich prächtig entwickelt.

Aber nach etwa zehn Jahren müssten die Flächen durchforstet werden. Damit meint der Experte Holzernte und -pflege. Zur Pflege gehöre auch das Fällen von Bäumen, damit sich hochwertige Stämme entwickeln können. Die Erstdurchforstung sei jetzt geschehen. Das heißt: Eichen, die nicht ordentlich gewachsen sind und beispielsweise durch eine starke Krone andere Bäume behindern, sind gefällt worden, fügt Schmidt hinzu.

"Wir brauchen Starkholz", sagt er. Deshalb müsse der Bestand ausgelichtet werden. Es erfolge eine Regulierung der Baumarten und der -qualität. Gutes Stammholz werde aufgearbeitet und an die Bauholzindustrie verkauft. Holz mit schlechter Qualität könne zu Brennholz oder in der Industrie weiterverarbeitet werden, so Schmidt. Wildwuchs, wie beispielsweise Birken, sei ebenso entfernt worden.

Das Absägen bis zum Verbleib der Stümpfe sei nur eine Etappe bei der Holzpflege gewesen. Der Rest sei inzwischen entfernt worden. Die Forstarbeiten hätten sich über einen längeren Zeitraum hingezogen, sodass es schon möglich sein könne, dass "es vorübergehend nicht ordentlich im Wald aussieht". Die Forstwirtschaftsbetriebe seien in dieser Zeit in vielen Kommunen unterwegs. Gleichzeitig betont er, dass es für den Waldbestand nicht schädlich sei, wenn die Stümpfe im Erdboden verbleiben. Das habe mit einer nachhaltigen Waldwirtschaft zu tun, die sich in den vergangenen Jahren durchsetzte. "Alte und tote Bäume gehören zu einem gesunden Waldökosystem", sagt der Förster. Für den Waldbesitzer habe dies Konsequenzen. Alt- und Totholz im Wald zu haben, sei nunmehr Zeichen einer fortschrittlichen Waldwirtschaft. Die Zeiten, wo Totholz als störende Unordnung, Verschwendung und Resultat unsauberer Waldwirtschaft angesehen wurde, seien vorbei.

Schmidt verspricht, dass künftig nicht so große Abstände zur Waldpflege gelassen werden. Künftig soll der Rhythmus alle sieben Jahre sein.

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