Forscher aus den USA: Ausgrabungsstätte ist weltbekannt

Ein Wissenschaftler besucht das Naturkundemuseum und ist begeistert von den fossilen Zeitzeugen. Die sollen bald eine besondere Rolle spielen.

Er hat mit Superlativen über den Versteinerten Welt von Chemnitz nicht gespart: der US-amerikanische Wissenschaftler Spencer G. Lucas, der am Montag das Naturkundemuseum im Tietz besucht hat. Chemnitz sei aufgrund seiner fossilen Ausgrabungsstätte und Funde "weltbekannt", sagte er. Jeder Paläontologe auf der Welt habe bereits von Chemnitz gehört.

Lucas ist Kurator des New Mexico Museum of Natural History and Science in Albuquerque und Paläontologe, er beschäftigt sich mit Lebewesen vergangener Erdzeitalter. Die Funde in Chemnitz eröffneten Forschern ungeahnte Möglichkeiten, Einblicke in ein vergangenes Zeitalter zu gewinnen, da sie "wie ein Foto der damaligen Zeit" seien, sagte Lucas. Es sei für ihn "Verpflichtung und Genus gleichermaßen", die "weltweit bekannte Fossillagerstätte versteinerter Pflanzen aus der Zeit des Perms zu sehen". Und so wurde im Tietz aus dem Wissenschaftler auch ein Tourist. Mit dem Fotoapparat in der Hand schaute er sich das Museum an. Zuvor hatte er die derzeitige Grabungsstelle an der Glockenstraße auf dem Sonnenberg und die Präparatorenwerkstatt besichtigt.


Thorid Zierold, Leiterin der Dauerausstellung, berichtete von der neuen Dauerschau, die von 2021 bis etwa 2025 im Tietz errichtet werden und in der nicht nur der Versteinerte Wald eine besondere Rolle einnehmen soll - wenn der Stadtrat die Zustimmung erteilt. Museumsdirektor Ronny Rößler will die Einrichtung nah zu den Besuchern bringen "und den Abstand zu den Wissenschaftlern überbrücken", sagte er. Das soll gelingen, indem etwa die Museumsgäste Präparatoren bei der Arbeit über die Schulter schauen können. Helfen sollen dabei einige der rund 2000 Exponate, die 2008 bei Ausgrabungen an der Frankenberger Straße gefunden wurden, etwa Pflanzen, Baumstämme und Überbleibsel von Tieren. Sie waren vor 291 Millionen Jahren unter glühendem Gestein begraben worden. Mit diesen Zeitzeugen sollen in der Ausstellung Geschichten erzählt werden.

Im Museum von New Mexiko sei das völlig normal, berichtete Jörg W. Schneider, Professor in Ruhestand der TU Bergakademie Freiberg. Er war mehrmals in dem Museum zu Gast. "Dort kann man die Arbeit der Präparatoren direkt verfolgen und zusehen, wie die Funde aus dem Stein geholt werden", so Schneider.

Zum Schluss bekam der Forscher aus den USA einen der größten Schätze des Chemnitzer Museums zu sehen: die umgestürzte Krone eines Baumes, der vor 291 Millionen Jahren in die Vulkanasche gefallen war und die nun seit mehreren Jahren schrittweise restauriert wird.

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