Fotostudio schließt: "Corona traf uns wie eine Bombe"

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Stilvoll, professionell, cool: Das war der Anspruch, mit dem Volker Beyer 16 Jahre lang sein Foto-Geschäft im Tietz führte. Seit Ende Dezember ist Schluss. Es war seine zweite Geschäftsaufgabe innerhalb eines Jahres.

"Corona traf uns wie eine Bombe." Diese Antwort gibt Volker Beyer, wird er nach dem Grund für das Aus seines Fotostudios Digi-Art gefragt. 16 Jahre hat der heute 41-Jährige den Laden im Kulturkaufhaus Tietz in Chemnitz geführt. Auf der Facebookseite des Betriebs steht noch der Qualitätsanspruch: stilvoll, professionell, cool. Lange kam das gut an, doch die Pandemie-Folgen zwangen den Unternehmer zur Schließung, wie er vorgestern bekanntgab.

"Als wir angefangen haben, sind wir schnell groß geworden", erinnert sich Beyer. Bis zu sechs Angestellte habe er beschäftigt. Im Jahr 2009 erneuerte das Team sogar die Geschäftsräume, baute das Fotostudio aus. Die Nachfrage der Kunden sei groß gewesen.

Etwa im Jahr 2015 zeichnete sich laut Beyer eine Trendwende ab: In der Branche waren vermehrt Hobbyfotografen tätig. Hauptberufliche Profis waren so nicht mehr die einzigen, die etwa Hochzeitsbilder anboten. Damals habe er reagieren können, so Beyer. "Wir fokussierten uns auf hochwertige Fotografie." Das Konzept ging auf. Doch dann kam Corona.

"Seit Ankündigung des ersten Lockdowns hatten wir 90 Prozent weniger Umsatz", bedauert er. Zwar habe er von der Regierung 9000 Euro Soforthilfe bekommen, diese reichte allerdings nicht lange aus, um die Fixkosten zu decken. Im Juni dann habe er sich entscheiden müssen, ob er seinen Mietvertrag um ein Jahr verlängert - bis zum 31. Dezember 2021. Dieses Risiko sei ihm wegen der Pandemie zu hoch gewesen.

Somit musste Volker Beyer zwei Geschäfte in einem Jahr schließen. Mit seiner Coffee-Art-Bar war er Ende 2019 vom Tietz auf den Brühl gezogen und gab im Januar - nach einem Streit mit der Stadt über Lärmschutz - die Geschäftsaufgabe bekannt. Nun hat auch sein Fotostudio zu. Die verbleibenden beiden Mitarbeiter hätten anderswo Beschäftigung gefunden, ist Beyer erleichtert.

Ihm selbst tut die Geschäftsaufgabe finanziell weh, sagt er. Aber es hätte noch schlimmer laufen können. "Zum Glück habe ich den Mietvertrag rechtzeitig gekündigt. Und zum Glück konnte ich die Bar an Nachfolger verkaufen." Für das neue Jahr wünscht sich Beyer, dass es positiver wird als 2020. Etwas gute Resonanz bekommt er auf Facebook. Der Tenor vieler Nutzer: "Ihr werdet uns fehlen."

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11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    9
    ArndtBremen
    11.01.2021

    Hat er sein Geschäft nun mit, an oder durch Corona schliessen müssen? Oder an den Folgen der völlig sinnlosen Zwangsmaßnahmen des Staates?