Frankenberg verzichtet auf Bücherbus

Dorfbewohner werden zur Stadtbibliothek gefahren

Frankenberg/Lichtenau.

Bis Ende September können sich Städte und Gemeinden entscheiden, ob sie ab neuem Jahr einen Bücherbus-Service weiter nutzen wollen. Die Mittelsächsische Kulturgesellschaft hat eine Umfrage gestartet, ob bei erhöhten Kosten der Bücherbus noch in Dörfer fahren soll. Notwendig wird das durch die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für rund 240.000 Euro.

Die Stadt Frankenberg geht allerdings eigene Wege. Ende vergangenen Jahres entschied der Stadtrat, ab Juli 2018 keinen Bücherbus mehr in die Ortsteile fahren zu lassen. Damals noch mit dem Wissensstand, dass es das Mobil bald gar nicht mehr geben sollte oder wenn, dann nur deutlich verkleinert. Deshalb richtete die Stadtverwaltung Busse ein, die die Leser der Ortsteile zur Bibliothek in die Stadt bringen.

Die Gemeinde Lichtenau hat allerdings signalisiert, dass ein Weiterbetrieb gewünscht ist. Bisher kostete der Service 700 Euro, künftig soll der Halt in Ottendorf, Krumbach und Auerswalde insgesamt 3200 Euro kosten. Laut Referent Martin Lohse besuchten im Vorjahr etwa 850 Einwohner den Bücherbus. Bis zum 30. Juni 2018 waren es etwa 520 Leser. Der Bücherbus sei eine Alternative zur zentralen Gemeindebücherei, die sich in Oberlichtenau befindet. Dort kamen 2017 rund 1700 Besucher. Für die Unterhaltung des Angebotes rechnet die Kommune jährlich mit 11.000 Euro. Dabei seien die Kosten für das Gebäude und die Heizung nicht inbegriffen, so Lohse. Die Kosten für den Bücherbus indes steigen jetzt auf das Vierfache, sagt die Chefin der Kulturgesellschaft, Kathrin Hillig. Ursachen seien der Fahrzeugkauf, gestiegene Kosten für Treibstoff, Versicherung und Personal. Das Anfahren der 46 Haltepunkte koste im Durchschnitt 6400 Euro pro Jahr. (bj/luka)

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