Freibad Hartmannsdorf soll behindertenfreundlich werden

Am 11. Mai wird die Saison eröffnet. Aber schon jetzt hat der Gemeinderat die Weichen für Investitionen gestellt.

Hartmannsdorf.

Die Gemeinde Hartmannsdorf hält an ihrer Unterstützung für das Freibad fest. Fast 65.000 Euro sollen in diesem Jahr als Zuschuss für den Betrieb und Erhalt der Einrichtung an den Förderverein Sport/Freizeit und Erholungsbad fließen. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Bürgermeister Uwe Weinert (CDU) informierte über das Vorhaben, das 1913 erbaute Naturbad behindertenfreundlicher zu machen.

Derzeit werde geprüft, ob der Anbau einer Vorrichtung gefördert werden könne, mit der Menschen mit Handicaps und Rollstuhlfahrer ins Wasser gelangen können, sagte er. Außerdem solle der Weg am Kiosk gepflastert und im Bereich der Duschen etwas umgebaut werden. Die Idee, auch einen rollstuhlgerechten Zugang zum Kiosk zu schaffen, sei von Verwaltung und Badverein allerdings wieder verworfen worden, so Weinert. Das sei aus Sicht der Behindertenbeauftragten im Landkreis nicht nötig.

Diskussionen gab es im Rat über den geeigneten Bereich für die liftähnliche Vorrichtung. Am einfachsten wäre der Anbau am Rand des 50 Meter langen Wasserbeckens etwa gegenüber dem Kiosk, sagte Wei-nert. Diese Stelle ermögliche zugleich einen hindernisfreien Zugang für Rollstuhlfahrer. Gemeinderat Andreas Wünsch (parteilos) wies jedoch darauf hin, dass der Schwimmerbereich dort seine größte Wassertiefe erreiche. Für Kinder und Nichtschwimmer berge das seiner Ansicht nach ein Risiko. Eine Platzierung der Vorrichtung im Nichtschwimmerbereich solle geprüft werden, regten andere Räte an.

Zur geplanten Zuwendung erläuterte Weinert, dass der Badverein das Geld für Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten sowie für Lohnkosten brauche. "In der Saison sollen wieder zwei Schwimmmeister und mehrere Hilfskräfte beschäftigt werden", kündigte der Ortschef an. Die Bezahlung sei tarifähnlich. Die Kosten seien dadurch in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Viele Arbeiten im Gelände werden von Mitgliedern und ehrenamtlichen Helfern des 2003 gegründeten Vereins, der das Bad betreibt, erledigt.

Rund 18.500 Besucher sind nach Angaben von Wolfgang Kraskowski, Vorstandsmitglied im Bad-Verein, im vorigen Jahr ins Freibad gekommen. 2017 war hingegen ein besucherschwaches Jahr mit nach seinen Angaben knapp 13.000 Badegästen. Laut Bürgermeister kamen 2018 an einzelnen Tagen bis zu 800 Besucher. Darunter seien auch Hartmannsdorfer gewesen, die sich in der Vergangenheit von dem Bad abgewandt und moderner ausgestattete Bäder in der Region bevorzugt hatten. "Sie haben die Vorzüge der großen Wasserfläche mit 50-Meter-Bahn und der weitläufigen Liegewiese neu entdeckt", sagte er.

In diesem Jahr solle der Badebetrieb am 11. Mai starten. Bereits am 30. April lädt der Verein zum traditionellen Hexenfeuer ins Freibad ein. Die Veranstaltung beginnt gegen 16 Uhr mit einem Programm. Die vergangenen Wochen haben die Vereinsmitgliedern zudem genutzt, um ihr Domizil im Badgelände zu verschönern. Das Gebäude habe neue Fenster bekommen und der Vereinsraum sei renoviert und mit neuen Möbeln ausgestattet worden, berichtete Kraskowski.

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