"Freie Presse"-Leser spenden im Coronajahr so viel wie noch nie

Auch in Zeiten, in denen viele Menschen durch die Pandemie selbst gesundheitlich oder finanziell betroffen sind, wird anderen in Notlagen geholfen.

Chemnitz.

Seit fast 15 Jahren gibt es jetzt schon jeweils zum Jahresende die Spendenaktionen des Vereins "Leser helfen" zugunsten von behinderten und unverschuldet in Not geratenen Menschen. Aber nie war die Spannung auf die Resonanz so groß wie 2020. Der Verein stand vor der Frage, berühren die ausgewählten und beschriebenen Schicksale und Notfälle unsere Leser auch in einem Jahr, in dem viele Menschen durch die Folgen der Coronapandemie selbst gesundheitlich oder finanziell betroffen sind und verunsichert in die Zukunft schauen?

Die Antwort darauf haben die Leser auf eine beeindruckende Weise gegeben: Zum Jahreswechsel sind auf dem Spendenkonto bereits mehr als 500.000 Euro eingegangen. Das sind noch einmal rund 100.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr, als es bereits einen Spendenrekord gegeben hatte.

Dank dieser großen Spendenbereitschaft kann der Verein wieder alle sieben regionalen Hilfsprojekte umsetzen. In sechs Fällen erhalten Familien aus Südwestsachsen behindertengerechte Fahrzeuge. Dafür werden Neu- bzw. sehr gute gebrauchte Fahrzeuge auf die Anforderungen der schwerbehinderten Menschen und ihrer Angehörigen angepasst. Eine Familie wird zudem beim Kauf eines ausgebildeten Assistenzhundes für ihr schwerbehindertes Pflegekind unterstützt. Besonders hoch war die Spendenbereitschaft der Menschen im Vogtland für einen alleinerziehenden Vater von drei Kindern. Zwei der Kinder sind behindert. Über die Umsetzung der Hilfsprojekte und den Einsatz der Spendengelder wird die "Freie Presse" in den nächsten Wochen ausführlich in den jeweiligen Lokalausgaben berichten.

Auch andere Hilfsorganisationen verzeichnen zum Jahresende hohe Spendeneingänge. Für den Geschäftsführer des Deutschen Spendenrates Max Weller ist dies angesichts der allgemeinen Verunsicherung in der Bevölkerung eine enorme Leistung. "Wenn Not da ist - sei es in eigener Sache, sei es, weil andere betroffen sind - dann wächst auch die Bereitschaft der Spender, über das normale Maß hinaus etwas draufzusatteln", sagte kürzlich Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen. "Ein solche Phase haben wir zweifelsohne in der Coronakrise." Jede Spende sei eine Geste der Zuwendung und der Wertschätzung - und sie wirke als Kitt in der Gesellschaft. (uli)

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