Freie Wähler überholen Christdemokraten

Die Kräfteverhältnisse im Neukirchener Gemeinderat haben sich stark verschoben. Die Christdemokraten verlieren mehr als die Hälfte ihrer Sitze.

Neukirchen.

Vieles wird neu im Gemeinderat Neukirchen. Während die CDU mehr als die Hälfte ihrer bisherigen neun Sitze eingebüßt hat und künftig mit vier Vertretern an der Ratsarbeit teilnimmt, haben die Freien Wähler Neukirchen-Adorf die Zahl ihrer Mandate auf acht verdoppeln können. Ein Gewinner der Wahl ist auch die AfD. Sie konnte die Anzahl der erhaltenen Stimmen verdoppeln und bekommt im neuen Rat drei Sitze. Während Die Linke weiterhin mit zwei Gemeinderäten vertreten ist und gering einbüßt, verliert die SPD 5,6 Prozentpunkte und kommt auf 5,9 Prozent. Damit erhalten die Sozialdemokraten einen Platz im Gemeinderat. 2014 erreichten sie zwei Plätze.

Dass die Freien Wähler Mandate hinzugewinnen, habe er erwartet, sagte Jürgen Beyer. "Wir sind breit aufgestellt", betont er. Mit 1649 Stimmen erzielte Beyer mit Abstand das beste Ergebnis aller Bewerber. Die Arbeit der Freien Wähler und von Bürgermeister Sascha Thamm (ebenfalls Freie Wähler) "hat sich positiv auf das Wahlergebnis ausgewirkt", sagt er. Wichtigste Aufgabe der nächsten fünf Jahre sei der Bau der Grundschule. "Damit werden wir ganz schön zu tun haben." Die Verluste der CDU "waren zu erwarten", sagt Axel Otto. Er sei nicht enttäuscht über das Abschneiden. Die Bundes- und Landespolitik sowie die anhaltende Politikverdrossenheit hätten eine große Rolle beim Abschneiden der Christdemokraten in Neukirchen gespielt, ist er sicher. Mit den drei Abgeordneten der AfD wolle man "konstruktiv zusammenarbeiten". "Sie werden sehen, dass wir uns für das Wohl des Ortes einsetzen, und mitmachen", ist Otto überzeugt. Er freue sich zudem auf die neuen Kräfte der Freien Wähler.


Das Wahlresultat sei "erstaunlich", sagte Jürgen Rupf von den Linken. Das Ergebnis der Freien Wähler sei zu erwarten gewesen. "Ihr starkes Abschneiden führe ich auf die erfolgreiche Arbeit des Bürgermeisters zurück." Auf die AfD sei er gespannt: "Mal sehen, wie sie arbeiten." Er habe die große Hoffnung, dass es im Rat wie bisher ohne Polemik zugehe und "nur die Sachpolitik" zähle. Marie-Luise Apostel ist künftig die einzige Vertreterin der SPD im Rat. Es sei sehr schwer für die Partei im Moment, sagte Apostel am Montag. Die Politik auf Bundes- und Landesebene habe bei der Kommunalwahl eine Rolle gespielt, sagte sie. Trotzdem wolle sie im neuen Rat das Beste geben, für eine bessere Nahverkehrsanbindung nach Chemnitz eintreten "und die Demokratie hochhalten". Mitglieder der AfD im neuen Gemeinderat waren nicht zu erreichen. Die konstituierende Sitzung wird laut Bürgermeister Thamm im Juli oder August stattfinden. Vorher tagt noch zweimal der alte Gemeinderat, der noch Beschlüsse fassen kann. Das sei zulässig, solange sich der neue Rat nicht konstituiert habe, so Thamm.

Bei der Wahl in Amtsberg waren erstmals AfD und Bündnis 90/Die Grünen am Start. Die Alternative bekommt drei Sitze, die Grünen keinen. Alle bisher im Rat vertretenen Parteien haben eingebüßt - am meisten Die Linke, die von 12,5 auf 7,4 Prozent abrutschte. Die politischen Schwergewichte CDU und Allgemeine Liste (AL) haben in Burkhardtsdorf in Summe einen Sitz verloren. Allerdings haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben, da die CDU zwei Sitze verloren hat. "Wir haben einen Sitz gewonnen und sind mit unserem Wahlergebnis zufrieden", sagt Klaus Kischkewitz von der AL. CDU-Chef Spiller ist auch nicht unzufrieden: "Wir haben mit diesem Ergebnis gerechnet." (mit mik/hd/bjost)

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