Fünftklässler päppelt verletzten Vogel auf

Ein Langenchursdorfer hat einen Kernbeißer bei sich aufgenommen. Die Pflege zeigt Wirkung: Der Patient hat schon Fortschritte gemacht.

Langenchursdorf.

Vögel haben es Ole Günther aus Langenchursdorf angetan. Im Januar beteiligte er sich an einer Vogel-Zählaktion des Naturschutzbundes. Jetzt päppelt der Schüler, der am Lessinggymnasium Hohenstein-Ernstthal die fünfte Klasse besucht. ein verletztes Tier wieder auf. Wenn es um gefiederte Tiere geht, hat der kleine Junge ein großes Herz.

Vor einigen Tagen hat ein Freund von Ole Günther einen verletzten Kernbeißer gefunden, einen niedlichen, kleinen Zweibeiner mit einem auffallend kräftigen, graublauen Schnabel. Der Kernbeißer ist die größte in Europa heimische Art der Finken. Im Volksmund wird er auch als Finkenkönig bezeichnet. Seine Nahrung setzt sich vor allem aus Samen von Laubbäumen und Früchten, aber auch aus Insekten und deren Larven zusammen. In freier Wildbahn wird der Kernbeißer bis zu zwölf Jahre alt. Sein Name ist darauf zurückzuführen, dass er in der Lage ist, mit seinem kräftigen Schnabel Obstkerne zu knacken. Vom Aussterben ist diese Vogelart nicht bedroht. Doch dem Kernbeißer, der schließlich in Ole Günthers Obhut landete, ging es nicht besonders gut.

"Mein Freund hat ihn im Wald zwischen Waldenburg und Langenchursdorf gefunden. Er lag am Boden, konnte nicht mehr fliegen", berichtet der Junge. Der Freund wickelte das Tier vorsichtig in ein Tuch und brachte ihn zu Ole Günther, von dem er wusste, dass er sich gern um Vögel kümmert. "Der Kernbeißer hatte sich vermutlich am linken Bein verletzt, denn er konnte nicht mehr richtig stehen", erklärt der Tierfreund.

Seine Eltern zogen einen Ornithologen zu Rate, der sagte, das Tier brauche sehr viel Ruhe. So kam der "geknickte Finkenkönig" behutsam in einen großen Käfig, der im Garten der Familie steht. Täglich besucht ihn Ole Günther und füttert ihn mit Winterstreufutter. Da pickt sich der kleine Patient nun die Sonnenblumenkerne heraus. Inzwischen kann der Vogel wieder selbstständig auf einer Stange sitzen. "Wenn er wieder richtig gesund ist, dann lasse ich ihn fliegen", sagt Ole Günther. Ein bisschen traurig wird er dann wohl sein, denn er hat den knuffigen Kern beißer inzwischen längst in sein Herz geschlossen.

Sein Lieblingsvogel allerdings ist nicht der Kernbeißer, sondern der Eisvogel. Den hat Ole Günther schon oft im nahen Chursbach gesichtet. Im heimischen Garten war er aber noch nicht zu Besuch.

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