Für den Klimaschutz: Streik statt Schule

Erste Demo am Freitag - Mitinitiatorin rechnet mit rund 650 Teilnehmern

Lisa Stryczek (21) ist Mitbegründerin der "Fridays for Future"-Initiative in Chemnitz. Sie mobilisiert junge Menschen, um für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen.

Freie Presse: Frau Stryczek, was erwartet Chemnitz an diesem Freitag?

Lisa Stryczek: Wir haben die Demonstration mit 500 Menschen angemeldet. Allerdings gibt es jetzt noch eine Zusage von Unterstützern aus Zwickau, die mit 150 Leuten anreisen. Gemeinsam ziehen wir dann um 12 Uhr vom Neumarkt über den inneren Stadtring. Wenn wir 16 Uhr wieder am Neumarkt sind, gibt es eine große Abschlusskundgebung, aber es wird auch zwischendurch Kundgebungen geben.

Das bedeutet, dass mindestens 650 Schüler am Freitag im Unterricht fehlen werden?

Zum Teil. Es sind auch Studierende dabei. Der Stadtschülerschaftsrat, dem ich angehöre, hat in einem offenen Brief erklärt, dass sich unsere Aktion nicht gegen die Schulen, sondern gegen die Politik richtet. Mit einer Demo geben wir dem Thema die Aufmerksamkeit, die es braucht. Viele Lehrer unterstützen uns, auch die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Anm.d. Red.) hat in einem Schreiben ihre Solidarität zugesagt. Aber nicht alle Schulen stellen ihre Schüler frei. Wir haben Entschuldigungsschreiben vorbereitet, die von den Eltern ausgefüllt werden können. Generell erfahren wir aber viel Zuspruch.

Interesse haben Sie diese Woche auch mit Schildern an den Pinguinfiguren geweckt - was hatte es damit auf sich?

Das war eine schöne Aktion, die ich als Mitbegründerin beobachtet, aber nicht selbst initiiert hatte. Alle Schüler sind frei darin, wie sie unsere Botschaft weitertragen wollen. Pinguine eignen sich dafür natürlich, weil ihr Ökosystem direkt von der Erderwärmung betroffen ist. Sie finden keine Nahrung mehr. Die Figuren in der Klosterstraße sind ziemlich beliebt. Ich habe gesehen, dass viele Leute die angebrachten Pappschilder gelesen haben, auf denen Folgen des Klimawandels für die Antarktis beschrieben waren. Wer die Schilder abgenommen hat, weiß ich nicht.

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