Funkmast Borna: Kinder übergeben Protestbrief

Direkt vor der Schule wurde eine Riesen-Antenne gebaut, worüber sich Betroffene in einem Schreiben an die Ober- bürgermeisterin beklagen. Sie gab gestern eine überraschende Antwort.

Borna-Heinersdorf.

Es ist kurz vor den Sommerferien gewesen, als wenige Meter vor dem Tor des Schulgeländes in Borna-Heinersdorf ein 33 Meter hoher Funkmast errichtet wurde. Zur Überraschung von Eltern, Kindern, Lehrern - selbst der Direktor wusste nichts von dem Bauvorhaben. Auf Nachfrage erfuhr Tilo Oeser, dass die Telekom mit Genehmigung der Stadt eine Riesenantenne errichten wird. Vor fünf Monaten ging sie ans Netz.

Eltern, Schul- sowie Hortleitung waren verärgert über die Nicht-Information und zugleich verunsichert, ob sich die Funktechnik auf die Gesundheit ihrer Kinder auswirken könnte. Deshalb ging Anfang Juli eine Messstation in Betrieb. Ergebnis: Die gemessenen Werte liegen deutlich unter den Richtwerten. Das war nicht anders zu erwarten, sagt Elternratsvorsitzende Annett Meylan. Allerdings würden die in Deutschland geltenden Grenzwerte höher liegen als in anderen Ländern. Deshalb bleiben Zweifel an der von Behörden versicherten Unbedenklichkeit der Funkanlagen auf die Gesundheit der Grundschüler.


Ihren Unmut haben die Betroffenen in einem Brief an Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig zusammengefasst, den Kinder ihr gestern zur Bürgersprechstunde übergaben. Mit dem Ziel, dass die Riesen-Antenne wieder abgebaut wird, sagt Oeser. Inzwischen werde der Mast nicht nur von der Telekom genutzt, zwei weitere Anbieter haben ihre Antennen montiert. Eine davon sei direkt auf die Schule ausgerichtet. Zumindest dies müsse korrigiert werden.

Die Bornaer haben nicht nur ihren Fall im Blick. Im Brief, den mehr als 200 Eltern und Anlieger unterschrieben haben, fordern sie Ludwig auf, grundsätzlich in Chemnitz auf den Bau von Funkmasten in der Nähe von Kindereinrichtungen zu verzichten. Zwar sei in Borna der 100-Meter-Mindestabstand vom Mast zum Schulgebäude eingehalten worden, doch bis zum Gelände, wo sich die Kinder in den Pausen aufhalten, seien es nur wenige Meter. Die Oberbürgermeisterin hat gestern den Brief entgegengenommen sowie mit Kindern und Eltern über deren Sorgen gesprochen. Annett Meylan war positiv überrascht. Zum einen habe Ludwig eine schriftliche Antwort zugesagt. Zum anderen sei sie selbst von dem Standort nicht begeistert. Meylan: "Sie hat den Bau bedauert und gesagt, dass es nicht hätte passieren dürfen."

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