Futtermenge: Landwirte hoffen auf bessere Ernte

Bauern im Erzgebirge fürchten um Tierbestände - auch wegen Wölfen

Zschopau.

Das Dürrejahr und seine Folgen für die Landwirtschaft: Im Interview mit "Freie Presse" ist der Geschäftsführer des Regionalbauernverbandes Erzgebirge, Werner Bergelt, auf die Auswirkungen des zu warmen und trockenen Vorjahres eingegangen. Nun haben die Verbandsmitglieder zu ihrer jährlichen Hauptversammlung nochmals über aktuelle Probleme gesprochen.

Im Rechenschaftsbericht ging der Vorsitzende Jens Beyer auf die Situation nach einem "Jahrhundertsommer" ein. Demnach haben viele Landwirtschaftsunternehmen - auch im Erzgebirge - aktuell eine sehr dünne Futterdecke und fürchten um ihre Tierbestände. "Es bleibt zu hoffen, dass ein zeitiges Frühjahr mit gutem Wetter für unsere Futterpflanzen das Defizit von 2018 wieder ausgleichen wird", ergänzt Bergelt.

Doch nicht nur das Dürrejahr bereitet den Landwirten Sorgen. Torsten Krawzcyk, Vizepräsident des sächsischen Landesbauernverbandes, sprach auch über die Situation zum Thema Wolf. "Auch wenn im Erzgebirge noch keine Wölfe dauerhaft nachgewiesen sind, geht die Angst um, dass auch hier beim Weidebetrieb wertvolle Tierbestände verloren gehen könnten", betont Bergelt. Für Betroffene sei ein finanzieller Ausgleich keine große Hilfe. Bergelt fordert einen richtigen Schutz der Haustierbestände: "Dazu gehört auch eine Regulierung der Bestandszahlen der Wolfspopulation."

Wie der Geschäftsführer des Regionalbauernverbandes weiterhin mitteilt, wurden zudem weitere Probleme angesprochen. Dazu gehören die Auswirkungen des Brexits auf die regionale Landwirtschaft, die Weiterführung der gemeinsamen Agrarpolitik in Europa nach 2020 und die Entwicklung der Landwirtschaft in den nächsten Jahren. Bergelt sagte bereits Ende Januar gegenüber "Freie Presse", dass sich Handelsbeschränkungen, Zölle und weitere Brexit-Folgen auch auf die Landwirtschaft im Erzgebirge auswirken würden. Der Verbandsgeschäftsführer rechnet damit, dass Warenströme ins Stocken geraten könnten. Zudem bestehe die Sorge, dass sich die Briten danach fast ausschließlich selbst versorgen könnten. "Mir wäre am liebsten, wenn Großbritannien in der EU bleiben würde", erklärte Bergelt.

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