Gablenzplatz: Anwohner wollen neuen Stadtratsbeschluss

Ein oder zwei Kreisverkehre? Oder gar nichts bauen? Darüber, was mit der Kreuzung passieren soll, herrscht auch im Stadtteil keine Einigkeit.

Gablenz.

Seit Monaten diskutieren Anwohner mit der Stadtverwaltung über das Für und Wider eines Umbaus des Gablenzplatzes. Im Oktober hatte der Stadtrat beschlossen, an den bislang durch Ampeln geregelten Einmündungen der Geibel- und der Yorckstraße zwei Kreisverkehre zu errichten. Nach Berechnungen von Verkehrsexperten würden diese einen Verkehrsfluss mit sehr geringen Wartezeiten versprechen. Der gesamte Platz soll zudem aufgewertet werden, auch die Bedingungen für Radfahrer sollen sich verbessern.

Doch seitdem der Beschluss da ist, regt sich Kritik. Anwohner glauben, dass die geplanten Zebrastreifen vor allem für Schulkinder weniger sicher sind als die vorhandenen Ampeln. Gewerbetreibende fürchten, während der anderthalbjährigen Bauzeit vom Kundenstrom abgeschnitten zu sein. Da der Freistaat signalisiert hat, dass das für den Umbau eingeplante Fördergeld 2019 nicht mehr kommt, bleibt den Anwohnern Zeit zur Diskussion. Moderiert wird sie von der neuen Bürgerplattform Mitte-Ost. "Das ist ein einmaliges Ereignis, dass ein so großes Vorhaben mit den Bürgern besprochen wird", sagt Oliver Treydel, Koordinator der Bürgerplattform. Baubürgermeister Michael Stötzer habe in Aussicht gestellt, am Ende der Diskussionen noch einmal eine Vorlage in den Bauausschuss einzubringen. "Der neu gewählte Stadtrat kann sich dann noch einmal positionieren", so Treydel. Die Bürgerplattform liefere dann Argumente und Stellungnahmen aus der Einwohnerschaft, anhand derer sich die Stadträte, die ja auch keine Experten seien, ein Bild machen könnten.


Für den Gablenzplatz gibt es drei Varianten, über die auch bei einer Zusammenkunft Ende vergangener Woche noch einmal diskutiert wurde. Neben den zwei Kreisverkehren sind das nur ein großer Kreisel oder gar kein Umbau des Platzes - das heißt, nur Erneuerung der Ampel.

Um die Frage der Verkehrssicherheit zu klären, hatte Mike Glaß, Verkehrsplaner aus dem Tiefbauamt, nach anderen Kreisverkehren gesucht, die dem Geplanten zumindest ähneln. Er zeigte einen Doppelkreisverkehr aus Anklam, den 21.000 Fahrzeuge am Tag passieren. In Gablenz wären es 22.000. Laut Aussage der Stadt Anklam gebe es keinerlei Probleme, nicht im Schülerverkehr, nicht an den Zebrastreifen und nicht mit der Befahrbarkeit. Auch die Befürchtung, Fußgängerüberwege seien weniger sicher als Ampeln, versuchte Glaß aus dem Weg zu räumen, indem er eine Reihe von Studien anführte, die zeigen, dass Zebrastreifen ebenso sicher sind wie Ampeln, wenn es ausreichende Beleuchtung und Mittelinseln gibt. Diese plant die Verwaltung zu bauen. Eine Studie des Instituts für Verkehr und Raum zeigte, dass Minikreisverkehre den Vorteil haben, dass Autos dort mit geringerer Geschwindigkeit an die Zebrastreifen heranfahren, als wenn diese auf einer geraden Strecke liegen.

Unstimmigkeiten gab es zwischen Glaß und einem Anwohner, weil die Stadt den Gablenzplatz mit 29 Unfällen innerhalb von drei Jahren als Unfallschwerpunkt führt. Das sei einer der Gründe für den nötigen Umbau, erklärte Glaß, denn es sei nur eine Frage der Zeit, bis auch Menschen zu Schaden kämen. Der Anwohner hingehen stufte die Kreuzung als sicher ein, weil es doch bisher nur Blechschaden gegeben habe. Dem pflichtete ein weiterer Mann bei. Er habe noch nie einen Unfall an der Kreuzung erlebt, sei darum dafür, "alles so zu lassen, wie es ist". Doch darauf entgegneten Stötzer und Glaß, dass die Ampel sehr alt sei, schon morgen ausfallen könnte und in jedem Fall gebaut werden müsse, was immer mit Sperrungen verbunden sei. Zudem: Wenn der Platz umgestaltet und aufgewertet wird, mit einem oder zwei Kreisverkehren, verspricht sich die Stadt Fördermittel. Wenn nur die Ampel gebaut wird, müsse die Stadt das selbst tragen - und gebe damit ungefähr dasselbe Geld aus. Im Ergebnis habe man dann aber nur eine neue Ampel, bei der zudem jährlich Betriebskosten anfallen. Bei den Kreisel-Varianten bekäme man für dasselbe Geld neue Straßen.

Im August soll es eine weitere Zusammenkunft geben. Bis dahin wollen die Vertreter der Stadtverwaltung noch einmal die Kosten und zu erwartenden Betriebskosten für alle drei Varianten gegenüberstellen. Zudem soll erörtert werden, wie sich die Umleitungen während der Bauzeiten gestalten ließen und was man seitens der Stadt tun könnte, um auf die Gewerbetreibenden zuzugehen.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Interessierte
    07.05.2019

    Wenn man "Gablenzplatz" in der Karte eingibt , kommt die Haltestelle an der Steinhauspassage ...
    Wie wäre es denn , wenn man ganz von den Kreiseln absieht und lediglich einige Rechtsabbiegerspuren einrichtet …

    indem man von der Geibelstraße aus - den Asia-Garten weg nimmt ...
    indem man von der Augustusburger/ Schwimmhalle aus - den wilden Park hier oben rechts hinter Ampel - weg nimmt
    indem man von der Augustusburger / Stadt aus - von dem Park eine Ecke und somit nun doch 2-3-4-5 Bäume weg nimmt
    Nur von der Yorkstraße aus geht das nicht …
    Und kann man das Haus „Salzgrotte“ eventuell abreißen ?

    https://www.google.com/maps/place/Haltestelle+Gablenzplatz+%2F+Steinhauspassage+Tram+5/@50.8314707,12.9545746,123m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x0:0xd0438b1be570f8d1!8m2!3d50.8305658!4d12.9378441



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