Gablenzplatz-Umbau: Nach Beschluss regt sich Kritik

Der Stadtrat hat entschieden, dass an der Doppelkreuzung zwei Kreisverkehre entstehen sollen. Für die Anwohner sind offenbar noch einige Fragen ungeklärt.

Gablenz.

Es klingt eigentlich nach einer ausgemachten Sache. In ihrer jüngsten Sitzung Ende Oktober haben die Stadträte beschlossen, dass der Gablenzplatz komplett umgestaltet wird. Seit langem hatte die Stadtverwaltung Varianten geprüft, wie der sogenannte Doppelknoten an der Geibel- und Augustusburger Straße sowie Augustusburger Straße und Yorckstraße besser gestaltet werden kann. Ergebnis: Die beiden Einmündungen in die Augustusburger Straße sollen so umgebaut werden, dass zwei kleine Kreisverkehre einen besseren Verkehrsfluss ermöglichen. Sattelzüge und Gelenkbusse müssten über die gepflasterte Mitte abbiegen, alle anderen Fahrzeuge nutzen die Kreisbahn.

Die Arbeiten sollen Mitte März 2019 beginnen und bis Mai 2020 dauern. Autofahrer müssen sich auf wechselnde Sperrungen und Verkehrsführungen einstellen. Der Bau der Kreisverkehre ist unter Vollsperrung geplant. Das ganze Vorhaben soll rund 2,3 Millionen Euro kosten.

Obwohl das Projekt beschlossen ist, hat nun die Gemeinschaftsfraktion von CDU und FDP, namentlich Tino Fritzsche, eine Ratsanfrage an Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig gestellt, die noch nicht beantwortet wurde. Fritzsche möchte wissen, ob die Bürger noch einmal darüber informiert werden, welche Varianten geprüft und verworfen wurden. Weiterhin fragt Fritzsche, wie während der Bauzeit von einem Jahr sichergestellt werden soll, dass die Schule, das Hallenbad, die Straßenbahnhaltestelle, die Gewerbe und nicht zuletzt die Wohnungen am Gablenzplatz durchgängig erreichbar bleiben. Drittens fragt der Stadtrat, ob sichergestellt sei, dass die Augustusburger Straße, die auch von Lkw und Bussen genutzt wird, weiterhin die Durchlässigkeit ermöglicht. Diese Frage stelle sich mit Blick auf den geringen Abstand zwischen den beiden Kreisverkehren.

"Auch an uns werden Sorgen herangetragen", sagt Thomas Bossack von der neu gegründeten Bürgerplattform Mitte-Ost. Das Gremium organisierte eine Bürgerversammlung zum Gablenzplatz-Umbau mit, die am 22. November in der Diesterwegschule stattfindet. "Wir hatten das Gefühl, dass die Bürger etwas alleingelassen sind und Fragen haben", so Bossack. Zu diesen Fragen gehöre die Erreichbarkeit der Diesterwegschule während der Bauarbeiten und die Gefahren für die Kinder durch die zahlreichen Fußgängerüberwege, die an den Kreisverkehren errichtet werden sollen. Übergänge mit Ampeln würden den Anwohnern sicherer erscheinen. Gewerbetreibende hätten zudem Bedenken wegen Umsatzeinbußen in der langen Bauzeit. "Es gibt Ängste", fasst Bossack zusammen.

Manfred Fischer schrieb einen Leserbrief zum Thema. Darin fragt er, ob geprüft wurde, statt zweier nebeneinanderliegender Kreisverkehre einen größeren anzulegen. Auf Nachfrage teilte die Stadtverwaltung mit, dass zu den geprüften Varianten auch ein großer Kreisverkehr gehört habe. "Im Ergebnis hat man sich auf die praktikabelste Lösung verständigt", so eine Sprecherin.

Eine Informationsveranstaltung zu dem Bauprojekt findet am 22. November um 17 Uhr in der Diesterwegschule statt.

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