Garagenhöfe gesichert - Pächter bleiben misstrauisch

Das Bangen von fast 600 Autobesitzern um ihre Garagen ist offenbar erst einmal ausgestanden. Doch pure Erleichterung will sich nicht einstellen.

Gablenz.

Ungetrübte Freude sieht anders aus. Obwohl die Stadtverwaltung auf den Abriss von Garagen für den Bau einer Zwei-Felder-Sporthalle an der Charlottenstraße verzichten will, bleiben viele Pächter misstrauisch: "Die ganze Art und Weise, wie in den vergangenen beiden Jahren mit uns umgegangen wurde, war nicht unbedingt vertrauensbildend", sagt Ralf Löser, einer der Betroffenen.

Denn 2016 hatte die Stadtverwaltung angekündigt, die zwei Hektar kommunaler Fläche mit insgesamt 577 Garagen als Bauland verkaufen zu wollen. Stadträte forderten stattdessen eine langfristige Konzeption für alle Garagen auf städtischen Grundstücken. In dem 2017 beschlossenen Dokument wurde dem Standort an der Charlottenstraße "langfristiger" Bestand zugesichert. Doch schon ein weiteres Jahr später wurde im Rathaus der Abriss eines Teils der Garagen für den Bau einer Zwei-Felder-Sporthalle für eine neue Grundschule, die in der früheren Dürerschule entstehen soll, und den Vereinssport erwogen. Die Idee stieß nicht nur bei Garagenpächtern, sondern auch bei Stadträten auf Widerstand. Ende vergangener Woche zog die Stadtverwaltung ihren Vorschlag zurück und kündigte an, dass an der neuen Grundschule nur eine Ein-Feld-Halle auf dem Schulgelände gebaut werden soll und der Garagenstandort bestehen bleibe. Der neue Schulnetzplan, in dem das unter anderem steht, liegt heute dem Stadtrat zur Beschlussfassung vor.

"Ist das wirklich die endgültige Version?", bleibt Ralf Löser skeptisch. Denn er fürchte, dass es bei nächster Gelegenheit wieder heißt: "Das ist städtischer Boden und er wird für etwas anderes dringender gebraucht." Auch Heinz Ruhstrat, ein weiterer Pächter, sieht die erneute Bestandsgarantie für den Garagenstandort mit gemischten Gefühlen. "Für die vielen Autos hätte es doch gar keine Stellplätze an Straßen gegeben", sagt er und fragt sich, wie die Stadtverwaltung überhaupt einen Abriss erwägen konnte. Schon die Idee, auf der Fläche eine Sporthalle für Schulkinder zu bauen, findet auch Garagenpächterin Renate Wunderlich nach wie vor völlig abwegig. "Das Gelände, auf dem vorher eine Galvanik und ein Farbenlager standen, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Schutthalde genutzt", erinnert sie.

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