Gartenschau-Gastronomie - "Der Start verlief holprig"

Organisator Holger Scheich reagiert auf die anhaltende Kritik an der Versorgung zur Ausstellung in Frankenberg und spricht über Probleme mit neuem Kassensystem

Frankenberg.

Knapp acht Wochen nach Eröffnung der Landesgartenschau gibt es weiter Kritik an der Gastronomie. Der Gastro-Service Mittelsachsen (GSM) hat einiges verändert, sagt Chef Holger Scheich im Gespräch mit Ingolf Rosendahl.

Freie Presse: Die Gastronomie der Landesgartenschau war Thema eines Krisengesprächs. Wie schätzen Sie die Situation ein?


Holger Scheich: Unser Anspruch ist eine gute Versorgung der Besucher der Landesgartenschau. Heute laufen 95 Prozent aller Bewirtungen so ab, wie die Gäste es auch erwarten können. Der Start zu Ostern verlief holprig. Wir haben anfangs mit vielen Problemen zu kämpfen gehabt, auch wenn wir im Erfahrungsaustausch mit anderen Gastro-Anbietern stehen und uns auf Vorgänger-Veranstaltungen umgesehen haben. Ein Fehler war sicher, mit unserem neuen Kassensystem auf Internetbasis zu starten. Das wird gerade überall in unserem Unternehmen installiert. Wir haben noch keine großen Erfahrungen damit. Wir wollten es vielleicht zu gut machen.

Kritik entzündet sich vor allem am Personal: Ihre Leute seien nicht motiviert, agierten lustlos und hinterließen den Eindruck, nicht zu wissen, was sie tun.

Wir sind mit zunächst 50 Leuten an den Start gegangen, inzwischen sind es 80. Die Konditionen sind gut, wir bezahlen ordentlich, bei vielen nicht nur den Mindestlohn. Trotzdem können wir uns die Leute nicht aussuchen. Gerade in den Spitzenzeiten beziehen wir zusätzliches Personal über Agenturen, und da wissen wir natürlich nicht, wer kommt. So haben wir keine Möglichkeit, die Leute im Vorfeld zu schulen. Ansonsten sind wir dazu übergegangen, Beschäftigte aus dem GSM-Stammpersonal in Frankenberg einzusetzen. Deren Erfahrung wirkt sich positiv aus. Immerhin realisieren wir als Gastro- und Eventcaterer und 100-prozentige Tochter des Freiberger Brauhauses circa 300 Veranstaltungen pro Jahr.

Sie mussten sich auch schon von Mitarbeitern trennen. Richtig?

Das stimmt. Wir mussten Leute austauschen, die nicht willens oder nicht fähig waren, den Druck auszuhalten. Die meisten Mitarbeiter sind aber bemüht, lernfähig und lernbereit. Mangelnde Erfahrung führt bisweilen zu Alleingängen: So haben zum Beispiel Mitarbeiter eigenmächtig Sofortkasse verlangt, weil uns Zechprellerei immer mal wieder in den Abläufen behindert. Das bedauern wir und haben ein solches Vorgehen inzwischen abgestellt.

Schlangen im Mühlbachtal und Wartezeiten von bis zu einer Stunde in Stoßzeiten an der Blumenhalle erweckten den Eindruck, die Menge der gastronomischen Angebote sei zu gering.

Wir haben uns bei unseren Planungen an den Besucherzahlen in Oelsnitz orientiert. Es stehen heute 600 Sitzplätze an der Blumenhalle, 25 Plätze im Eispavillon, 250 Plätze im MDR-Sachsen-Café sowie 250 Plätze an der Hopfenwirtschaft zur Verfügung. Zusätzliche Versorgungsstellen eröffnen wir immer dann, wenn in der Zschopau-Aue Veranstaltungen über die Bühne gehen. Auf die Kritik von zu wenigen Angeboten haben wir reagiert. Inzwischen gibt es im Mühlbachtal einen weiteren Imbiss-Stand

Was stimmt nicht, wenn 16 Uhr plötzlich das Eis alle ist?

Diese Kritik kann ich nicht nachvollziehen. Wir haben das überprüft, aber keinen Ansatzpunkt dafür gefunden. Es gab lediglich einen technischen Defekt an einer Kühltruhe. Das Eis daraus mussten wir entsorgen.

Auch die Produktqualität wird kritisiert. Zurecht?

Geschmäcker sind nun mal verschieden. Wenn mir jemand schreibt, unser Eis würde ihm nicht schmecken, dann kann ich das nur schwerlich beeinflussen, da es sich um nicht von uns hergestelltes Marken-Eis handelt. Wir haben aber auch Kugeleis. Natürlich können wir auf der Landesgartenschau keine Gourmetküche anbieten. Der Wunsch des Veranstalters war der Einsatz regionaler Produkte. Dem sind wir gern nachgekommen.

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