Gedenken, Mahnung und Protest: Was Chemnitz heute erwartet

In der Innenstadt und auf dem Kaßberg sind zahlreiche Kundgebungen geplant - mit Folgen für den Verkehr in der Stadt.

Update 13.40 Uhr: Eine für den Nachmittag von der aus dem Chemnitzer Pegida-Ableger hervorgegangenen Vereinigung "Heimat und Tradition Chemnitz Erzgebirge" geplante "Mahnwache" an der Stelle, an der ein 35-jähriger Chemnitzer Ende August am Rande des Stadtfestes erstochen wurde, findet nicht statt. Zur Begründung hätten die Behörden auf Sicherheitsgründe verwiesen, heißt es seitens der Anmelder.

 

Gedenkveranstaltung: Zur Erinnerung an die Opfer der gegen Juden gerichteten Novemberpogrome von 1938 findet ab 12 Uhr am Stephanplatz, dem Standort der früheren Synagoge, eine Gedenkveranstaltung der Stadt mit Kranzniederlegung statt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wird die Gedenkansprache halten. Auch Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) und die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, Ruth Röcher, nehmen teil.

Stolpersteine: Von 14 bis 17 Uhr wollen Chemnitzer Jusos dann auf dem Kaßberg sogenannte Stolpersteine säubern, die in den zurückliegenden Jahren zum Gedenken an jene Chemnitzer verlegt wurden, die während der Nazi-Zeit verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Aktion beginnt um 14 Uhr an der Barbarossa-/Ecke Zwickauer Straße.

Solidarität statt Rassismus: Eine Mahnwache und Kundgebung unter dem Motto "Wir sind da: Solidarität statt Rassismus" ist für die Zeit von 13 bis 21 Uhr an der Kreuzung Brückenstraße/Straße der Nationen geplant. Die Organisatoren vom Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" erwarten mehrere Hundert Teilnehmer. Ihrem Aufruf haben sich zahlreiche Unterstützer angeschlossen, darunter Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, Politiker mehrerer Parteien, Gewerkschaftsvertreter sowie Vereine aus Sport, Kultur und Religion. Die Theater Chemnitz sind mit kulturellen Beiträgen vertreten.

Mahngang Opfergedenken: Unter dem Motto "Mahngang Opfergedenken - Hass läuft nicht" beginnt um 15 Uhr am Kaßberggefängnis eine Demo des Bündnisses "Chemnitz nazifrei". Von dort bewegt sich der Zug zur Kundgebung an der Brückenstraße/Straße der Nationen.

Lichterwege: Toleranz, Respekt, Solidarität, Weltoffenheit und Vielfalt sind die Anliegen, für die sich eine Aktion einsetzt, die um 17.30 Uhr an der Synagoge, Stollberger Straße, beginnt. Von dort aus geht es mit Kerzen und Lampions in Richtung Stefan-Heym-Platz, weiter zur TU an der Straße der Nationen bis zum Park der Opfer des Faschismus, wo gegen 20.45 Uhr eine Abschlusskundgebung geplant ist. Die Veranstalter erwarten mehrere Hundert Teilnehmer.

Demonstration Pro Chemnitz: Wie schon in den vergangenen Wochen plant die Vereinigung auch am heutigen Freitag wieder eine Kundgebung mit anschließender Demonstration. Da das Areal am Karl-Marx-Monument wegen Bauarbeiten nicht zur Verfügung steht, findet ab 18.30 Uhr die Auftaktkundgebung in der Nähe, am sogenannten Rondell an der Brückenstraße, statt. Pro-Chemnitz-Chef Martin Kohlmann rechnet mit mehr Teilnehmern als in den vergangenen Wochen, als jeweils weniger als 1000 Menschen teilnahmen.

Straßenverkehr: Wer ab Mittag rund ums Stadtzentrum unterwegs ist, muss mit Behinderungen rechnen. Die Brückenstraße ist laut Polizei am Marx-Monument ab 11 Uhr voll gesperrt, ab 12.30 Uhr dann auch bis zur Bahnhofstraße. Die Straße der Nationen ist zwischen Carola- und Brückenstraße ebenfalls ab 12.30 Uhr gesperrt. Zu Behinderungen kommt es zudem am Mittag am Stephanplatz auf dem Kaßberg, wo die Reichsstraße von etwa 11.30 bis 13.15 Uhr gesperrt wird.

Bus und Bahn: Laut Verkehrsbetrieb CVAG muss wegen der Veranstaltungen mit Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr gerechnet werden. Davon seien insbesondere die Straßenbahnlinien 1, 2, 3 und 4 sowie die Buslinien 62, 72, 79 und 82 betroffen, heißt es. Nähere Informationen zu veränderten Routen und dem Wegfall einzelner Haltestellen gibt es unter www.cvag.de.

Polizei: Mit mehr Einsatzkräften als an den zurückliegenden Freitagen soll dafür gesorgt werden, dass die einzelnen Veranstaltungen ohne Störungen ablaufen und es zu keinen Zusammenstößen kommt. Die Polizei wird mit mehreren Hundert Beamten im Einsatz sein, darunter auch mit Unterstützungseinheiten aus anderen Bundesländern.

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